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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:08 Uhr

Pogromnacht: Erinnern und nicht die Augen verschließen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Es war eine leise Zusammenkunft von zirka 50 Menschen, die sich bei bitterkalten Temperaturen am Gedenkplatz zwischen Flamweg und Neue Straße trafen und den fürchterlichen Ereignissen der Pogromnacht vor 78 Jahren gedachten.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 begannen in Deutschland die vom nationalsozialistischen Regime organisierten Gewaltmaßnahmen gegen Juden. Mehr als 1400 Synagogen, Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe wurden zerstört, Juden verschleppt und ermordet. In Elmshorn ging in jener Nacht die Synagoge an oben genanntem Platz in Flammen auf – Feueralarm wurde erst mit zweistündiger Verzögerung ausgelöst. Alle männlichen Juden die älter als 18 Jahre waren, wurden ins Konzentrationslager verschleppt.

Bürgervorsteher Karl Holbach und Alisa Fuhlbrügge von der jüdischen Gemeinde, erinnerten an diese Menschen, sprachen ein leises Gebet und mahnende Worte gegen das Vergessen dieser schlimmen Taten.

Marianne Wilke, Vertreterin des Bundes der Antifaschisten und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, berichtete, wie sie als Kind einer Mischlingsfamilie zur Halbjüdin erklärt wurde. Ihre Onkel flohen nach England. „Dort gab es Menschen, die sie willkommen hießen und bei der Integration halfen. Heute schottet sich die britische Regierung gegen den Zuzug von Menschen ab, die vor Krieg und Verfolgung fliehen müssen“, schlug Wilke den Bogen ins Heute, bedauerte zunehmende Intoleranz und ideologische Klimavergiftung und forderte auf, ihr überall entgegenzutreten – nicht zuletzt an einem Gedenkort wie diesem.“

Zum Abschluss wurden Kränze der Stadt und vom Bund der Antifaschisten niedergelegt.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 00:32 Uhr

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