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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Mit interaktiver Karte : Pläne für einen Radschnellweg von Elmshorn bis Hamburg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kreis-Politik will eine Express-Verbindung auf den Weg bringen. Fördermittel vom Bund liegen offenbar bereit.

Kreis Pinneberg | In Skandinavien und den Niederlanden prägen sie schon das Straßenbild, in Deutschland gibt es nur einige Pilotprojekte: Radschnellwege, auch „Fahrradautobahnen“ genannt. Für den Kreis Pinneberg soll eine dieser Verbindungsstrecken, auf denen Radler freie Fahrt haben, Elmshorn und Hamburg verbinden. Heute will die Pinneberger Kreis-Politik dafür den nächsten Planungsschritt gehen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) definiert Radschnellwege als Verkehrsverbindungen, die direkt geführt und qualitativ hochwertig Wohn- und Gewerbegebiete miteinander verknüpfen. Sie sind angelegt als „Fahrradautobahnen“: Ihr besonderes Ziel ist die Möglichkeit einer gleich bleibenden Fahrgeschwindigkeit mit relativ geringem Energiebedarf, was durch Kreuzungsfreiheit – also möglichst über Brücken und durch Tunnel –, Geradlinigkeit, gute Oberflächenbeschaffenheit und größere Radwegbreiten erreicht wird. Die Metropolregion Hamburg gibt für die Projekte eine Breite von vier Metern für beide Fahrtrichtungen an.

Bereits vor einem Jahr hatten Vertreter der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) im Ausschuss für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr eine Untersuchung vorgestellt. Untersucht wurde dabei, wieviele Menschen – vor allem Berufs-Pendler – von Radschnellwegen im Hamburger Umland profitieren könnten. Die fünf Routen führten jeweils von Bad Oldesloe, Norderstedt, Tostedt, Winsen-Luhe und Elmshorn nach Hamburg. Für den Kreis Pinneberg wurde eine Strecke untersucht, die entlang der Regionalbahnstrecke verlief. Ergebnis: Knapp 390.000 Einwohner könnten diesen Radschnellweg in zehn Minuten erreichen und dann ihre Fahrt deutlich rascher fortsetzen.

SPD, FDP und Grüne haben nun in die heutige Ausschusssitzung einen Antrag eingebracht, dem sich die CDU – nach kleinen textlichen Änderungen – angeschlossen hat. Die Politik will damit eine sogenannte Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen. In dieser soll auf Basis der TUHH-Studie untersucht werden, wie aus der Idee zu einer „Fahrradautobahn“ von Elmshorn nach Hamburg Realität werden kann.

Positive Signale gibt es auch aus Berlin. Wie der Elmshorner Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) gestern mitteilte, soll in den derzeit in der Beratung befindlichen Bundesverkehrswegeplan auch eine Förderung der Radschnellwege aufgenommen werden. Für den Haushalt 2017 ist laut Rossmann ein eigener Titel in Höhe von 25 Millionen Euro für die Radschnellwege vorgesehen. Für den verkehrspolitischen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Ulrich Rahnenführer ein gutes Signal genau zum richtigen Zeitpunkt. „Das ist Rückenwind für unsere Pläne, jetzt die ersten Schritte für einen Radschnellweg von Elmshorn nach Hamburg festzuschreiben.“

 

Denn auch wenn die Kosten erst nach der Machbarkeitsstudie abgeschätzt werden können, ist jetzt schon klar, dass der Kreis Pinneberg bei der Umsetzung des Schnellwegs auf Finanzspritzen vom Bund angewiesen sein wird. Helmuth Ahrens (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr, bezeichnete die Route Elmshorn-Hamburg als grundsätzlich „sinnvoll und machbar“, machte aber im Gespräch mit unserer Zeitung auch den Umfang des Projekts deutlich: „Es soll ja eine für Radfahrer möglichst störungsfreie Strecke sein.“ Daher werde geprüft, wo neue Brücken, Tunnel oder Kreisverkehre entstehen müssen. Außerdem seien nicht alle benötigten Flächen im Eigentum des Kreises Pinneberg und müssten gegebenenfalls hinzugekauft werden. Ahrens selbst gehört dabei durchaus zur Zielgruppe eines Radschnellwegs: Er fährt ein E-Bike, bei dem ein Elektro-Motor dem „In-die-Pedale-Treten“ des Fahrers zusätzlichen Schwung verleiht. Damit lässt sich die Freifahrtstrecke besonders genießen.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 14:17 Uhr

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