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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 09:05 Uhr

Ganz Paris träumt von der Liebe : Pinnebergerin veröffentlicht ihren ersten Roman

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Fremdsprachenkorrespondentin Karen Pflücker hat selbst zeitweise in der französischen Hauptstadt gelebt.

Pinneberg | Paris ist nicht nur die Stadt des Eiffelturms und des guten Essens. Es ist auch die Stadt der Liebe. Kein Wunder also, dass sie heute noch ein beliebter Schauplatz für Romane ist. Wie beispielsweise „Paradies Paris“ (Verlag Bod, Preis: 9,90 Euro) von der Pinneberger Autorin Karen Pflücker. Die Fremdsprachenkorrespondentin hat zeitweise in der Metropole an der Seine gelebt. „Wer schon einmal in Paris war, wird sich hier wiederfinden“, sagt sie.

Auf dem Cover ist eine Zeichnung abgebildet: Ein Mann, der auf dem Boden sitzt, und eine Frau, die die Arme verschränkt – es ist das Versprechen einer amourösen Geschichte. Ja, es geht um die Liebe in der Stadt der Liebe. Eine junge Frau, Nadine, verlässt das öde Landleben, um der häuslichen Enge, unter der sie sehr gelitten hat, zu entfliehen. Ihre Sehnsucht nach Selbstbestimmung lockt sie in die französische Hauptstadt. Dort begegnen ihr vier Männer, deren Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten, und die ihr Leben rigoros auf den Kopf stellen.

Eine Leseprobe

Autorin Karen Pflücker suchte diese Leseprobe aus: Pierre fiebert seiner Verabredung entgegen. Er ist ganz bewusst eine halbe Stunde früher in den Lido gekommen, will sich intensiv auf diesen besonderen Abend einstimmen. Was ihn erwartet, weiß er nicht. Aber er ist in Hochstimmung. Eine Stunde ist jetzt vergangen. Noch sitzt er allein am Tisch. Langsam kommen ihm Zweifel. Ist seine Einladung zu aufdringlich gewesen? Hat er sie richtig verstanden an jenem Abend in seiner Galerie? Sie war allein dorthin gekommen und hatte seine Bilder so eingehend betrachtet, dass er den Eindruck gewann, vor sich eine Kennerin der Kunstszene zu haben. Als er sie ansprach, entwickelte sich spontan ein interessantes Gespräch über die Kunst und andere Dinge des Lebens, zum Beispiel über Armut und Reichtum. Zwischen Arm und Reich machte sie keinen Unterschied. Sie sprach selbstbewusst, zeigte eine natürliche Reflexion auf diesen Gegensatz. Ein Reicher kann arm sein und ein Armer kann reich sein. Es komme auf die Sichtweise an. Er nickte ihr zu und teilte ihre Ansicht, man könne sein Glück auch ohne Besitztümer finden. Das hatte Pierre gefallen und ihn ermutigt, die bescheidene Unbekannte für heute Abend einzuladen. Er hofft, die junge Philosophin nun näher kennenzulernen.

„Es geht um Freundschaft, Liebe und Sehnsüchte“, sagt Pflücker. Obwohl der Plot in den 1960er Jahren angesiedelt ist, sei das Lebensgefühl darin modern. „Es sind Themen, die zu jeder Zeit jeden betreffen. Es ist eine universelle Geschichte“, sagt die Autorin. Angereichert ist der Roman mit viel Lokalkolorit. Pflücker erzählt aus verschiedenen Perspektiven, der Text ist größtenteils im Präsens geschrieben. Viele der Kapitel sind kurz gehalten. „Es liest sich leicht und locker,“ beschreibt Pflücker ihren Stil. Auch den Romantitel in Form einer Alliteration hat sich die Pinnebergerin selbst ausgedacht. „Es geht paradiesisch aus“, verrät sie. Wer jetzt denkt, dass es sich bei „Paradies Paris“ um das Pendant zum Kinogenre Chic flic handelt, irrt. „Mir kam es darauf an, dass es auch Männer lesen.“ Ihr Bruder sei nachts um 1 Uhr aufgestanden und habe es weitergelesen.

Literatur ist in Pflückers Leben sehr wichtig. Vor 20 Jahren hat sie mit dem Schreiben angefangen und Kurzgeschichten und Biografien geschrieben. Seit zehn Jahren ist sie im Literaturkreis Hamburg. Dort entstand auch die Idee, den Roman zu schreiben, an dem sie zweieinhalb Jahre gearbeitet hat. Der Leiter hat einmal zu ihr gesagt: „Eigentlich kann jeder ein Buch schreiben. Man muss es nur machen.“

Und es musste selbstverständlich in Paris spielen, in der Stadt, zu der sie so eine große Affinität hat. „Das Leben in Paris ist lockerer als hier. Die Franzosen nehmen sich viel Zeit, um zu essen und zu sprechen. Ich liebe das.“

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erstellt am 27.Apr.2016 | 15:00 Uhr

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