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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:29 Uhr

„In einer Liga mit Kiel und Lübeck“ : Pinneberg: Verkehrsminister Meyer betont die Bedeutung des „aktuell größten Bahnhofsprojekts im Land“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kritik gibt es jedoch an der Parkplatz-Situation. 20.000 Ein- und Aussteiger täglich – Tendenz steigend.

Pinneberg | Wolfgang Alps sitzt in der ersten Reihe. Die Infoveranstaltung am im Rathaus: ein Pflichttermin für den Rellinger. Das Dach über dem Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3 am Pinneberger Bahnhof ist seine Konstruktion. Er hat es zu Papier gebracht. Von 1968 bis 2005 war er Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Sein Herz hänge immer noch an dem Bahnhof, sagt er. Jetzt will er wissen, wie es mit der Umgestaltung vorangeht. Trotz Sommerwetter haben um ihn herum etwa 70 Menschen im Ratssaal Platz genommen. Gespannt lauschen sie den Worten von Reinhard Meyer.

Der Landesverkehrsminister (SPD) ist extra nach Pinneberg gekommen, um die Bedeutung des „aktuell größten Bahnhofsprojekts in Schleswig-Holstein“ hervorzuheben. „Pinneberg spielt in einer Liga mit Kiel und Lübeck“, sagt er und nennt die für ihn wichtigste Zahl: 20.000 Ein- und Aussteiger täglich – Tendenz steigend. „Ziel ist es, die Bahn attraktiver zu machen – als Alternative zum Auto“, sagt er. 27 Millionen Euro kostet das Mammutprojekt. Wenn alles glatt geht, ist die Umgestaltung des Pinneberger Bahnhofs Ende 2020 abgeschlossen. Stück für Stück geht es voran. Der Lenkungskreis aus Land, Stadt, Bahn und anderen tagt laut Jochen Schulz von Nah.SH – ebenfalls dabei – alle drei bis vier Monate.

Die Bagger rollen bereits: Die Park & Ride-Anlage auf der Nordseite ist fertiggestellt, derzeit laufen die Kanalarbeiten für den neuen Busbahnhof. 2018 soll der Umbau der Verkehrsstation erfolgen: eine neue Unterführung mit drei Aufzügen zu den Bahnsteigen. Unter laufendem Betrieb und unter den Gleisen – ein Kraftakt für den Bauherrn, die Deutsche Bahn. Das Konzept kann sich sehen lassen: Fliesen, Vitrinen, integrierte Beleuchtung. „Wir wollen den Charakter eines Tunnels so gut es geht vermeiden und möglichst viel Tageslichteinfall erreichen“, sagt Stephan Falke von der Deutschen Bahn. Sauer stößt Axel Vogt, Behindertenbeauftragter des Kreises Pinneberg, allerdings der geplante Bahnsteig mit Querneigung auf, der laut Falke aufgrund des Höhenunterschieds zwischen S- und Regionalbahn notwendig ist. „Das ist für Rollstuhlfahrer sehr gefährlich“, sagt Vogt. Er kündigt an, in Zukunft an den Sitzungen des Lenkungskreises beratend teilzunehmen.

Eine weitere Herausforderung: das denkmalgeschützte Empfangsgebäude. Es wird samt Wasserturm und Anbauten saniert. „Leitbild ist der Zustand nach dem Umbau 1936“, erklärt Roland Neumann vom Planungsbüro stationova. Innen werde es gravierende Veränderungen geben: Gastronomie, WCs und Wartebereich sind im Erdgeschoss geplant. Ein Bauherr für das daneben geplante Fahrradparkhaus und den Supermarkt ist bislang nicht gefunden.

Die Bahnhofssüdseite steht zuletzt auf der Liste. Bauamtschef Klaus Stieghorst zufolge wohnen etwa Zweidrittel der Pinneberger süd-westlich der Bahn. Bisher liege eine grobe Planung vor. Sie hänge eng mit der Entwicklung des neuen Mühlenauquartiers zusammen, die nächstes Jahr starte.

Nicht mit allen Vorstellungen der Planer sind die Bürger am Ende einverstanden. Kritik gibt es an den Parkplätzen. „Die Leute parken seit Jahren wild an der Mühlenau und der Bedarf bei den Park & Ride-Plätzen ist höher als das Angebot“, sagt ein Zuhörer. Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) beschwichtigt: „Ich werde beim neuen Investor für ein Parkhaus und ein Kino auf dem ehemaligen Ilo-Gelände werben.“ Wolfgang Alps bleibt nach Abschluss der Präsentation noch im Saal. Er hat noch viele Fragen – auch an den Minister.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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