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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 18:36 Uhr

Moschee vs. Bordell : Pinneberg: Puff soll hinter hoher Hecke verschwinden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In Pinneberg liegen ein Bordell und eine Moschee direkt gegenüber. Das sorgte für Zoff. Nun gibt es eine Einigung.

Pinneberg | Was man nicht mehr sieht, erregt auch nicht das Gemüt – Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) und der Betreiber des umstrittenen Bordells in der Friedenstraße in Pinneberg haben jetzt einen Kompromiss erzielt: Vor das gelb getünchte Freudenhaus soll eine große Hecke als Sichtschutz gepflanzt werden. Besonders die Blicke der Moscheebesucher der Türkisch-islamischen Gemeinde soll sie abschirmen.

„Ich habe versprochen, zu vermitteln. Das habe ich getan und mit beiden gesprochen“, sagte Steinberg. „Der Kompromiss sieht vor, dass im Bereich der Tür eine Art Windfang installiert wird“, sagte Stefan Krappa, Sprecher der Stadt. Sogar das Bauamt sei schon vor Ort gewesen. „Es muss keine Baugenehmigung eingereicht werden“, so Krappa. Die Kosten trage der Bordellbesitzer.

Moschee gegen Puff: Im August ging Seref Ciftci, der Vorsteher der einzigen Moschee in der Kreisstadt, an die Öffentlichkeit. Er monierte, dass sich die Prostituierten mit entblößten Brüsten direkt am Fenster zeigten und sich mit Küsschen von ihren Freiern verabschiedeten – vor den Augen der 170 Kinder, die in der Moschee betreut würden. Allerdings hatte er nicht mit dem Medienecho gerechnet, das darauf folgte. In den sozialen Netzwerken hagelte es Hasstiraden. Die Pinneberger Gemeinde gehört zu Ditib, dem größten deutschen Islamverband. Die Verantwortlichen pfiffen Ciftci schnell zurück. Mit der Presse darf er nicht mehr reden. Der Bordellbetreiber entgegnete damals im Gespräch mit dem Pinneberger Tageblatt, dass es sich seines Wissens nach nur um einen Fall handele. „Eine Frau ist in die Küche gegangen, in der Licht brannte. Die Gardine war nicht zugezogen.“ Im Übrigen, betonte er damals, gehörten viele Türken zu seinen Stammkunden – warum also die ganze Aufregung?

Ein Sichtschutz soll das Freudenhaus in der Friedenstraße vor neugierigen Blicken schützen.
Ein Sichtschutz soll das Freudenhaus in der Friedenstraße vor neugierigen Blicken schützen. Foto: Erdbrügger
 

„Elly“ und ihre beiden Kolleginnen aus Osteuropa, werden in dem gelben Haus also weiter wie bisher ihre Dienste anbieten – jedoch bald abgeschirmt von einer neuen hohen Hecke.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 09:30 Uhr

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