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„Jeder soll so sein dürfen, wie er ist“ : Philipp Wirtz kümmert sich um Kinder- und Jugendarbeit

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Wirtz übernimmt die Vertretung der Diakonin Christina Hufeisen von der Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh während ihrer Elternzeit.

Quickborn/Hasloh | Wer sich beruflich verändert, will in der Regel auf der Karriereleiter weiter nach oben klettern. Philipp Wirtz dagegen zog es zu seinen Wurzeln zurück: Er gab die Leitung des Ellerauer Kindergartens „Lilliput“ auf, um die Vertretung der Diakonin Christina Hufeisen von der Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh während ihrer Elternzeit zu übernehmen.

„Mir war es immer wichtig, für alle ein offenes Ohr zu haben. Doch je größer die Einrichtung ist, desto schwieriger wird das“, erklärt Wirtz. Strukturen, Abläufe und Verwaltungsarbeit hätten als Leiter viel Zeit gefordert. „Da blieb nicht mehr viel Raum für pädagogische Arbeit“, resümmiert Wirtz. Da kam die Ausschreibung der vakanten Stelle in Quickborn genau richtig. „Das Arbeitsfeld Kirche interessierte mich – meine Kindheit und Jugend habe ich in der Ellerauer Kirchengemeinde verbracht“, sagt er. Zunächst als Jungschar-Kind, dann auf vielen Freizeiten und schließlich erste Erfahrungen als Gruppenleiter ließen den Berufswunsch des Erziehers in ihm heranreifen. Zunächst stand die Ausbildung zum Erzieher an der evangelischen Fachschule Alteneichen in Hamburg an, dann arbeitete er acht Jahre lang in Norderstedt.

„Parallel dazu nahm ich ein Studium zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen in Kiel auf“, berichtet der Pädagoge. Sein Ziel war es, eine Einrichtung zu leiten. Zwei Jahre lang fuhr er an drei von vier Sonnabenden zur Uni. „Das war toll, aber auch anstrengend“, erinnert er sich. Wirtz eignete sich dadurch Kenntnisse in vielen Bereichen an – darunter auch Kommunikation, Personalführung und Präsentation.

Als in Ellerau ein neue Leiter für die „Lilliput“-Kita gesucht wurde, bewarb er sich – mit Erfolg. „Das Besondere war, dass in der Zeit, als ich dort war, die Idee eines Neubaus entstand“, berichtet er. So begleitete er dieses Unterfangen von der ersten Idee über die Umsetzung bis hin zur Einweihung 2013. „Ein tolles Projekt“, schwärmt Wirtz heute noch. In den folgenden zwei Jahren habe sich die Einrichtung konzeptionell etabliert. „Da war mir auch die personelle Konstanz im pädagogischen Bereich sehr wichtig“, betont der Pädagoge.

Doch dann wollte er noch einmal etwas Neues sehen – und wieder mehr pädagogisch arbeiten. Zum einen für die Kinder der Kirchengemeinde, einen weit größeren Teil seiner Arbeitszeit verbringt Wirtz jedoch mit denen, die auch nach ihrer Konfirmation Interesse an der entstandenen Gemeinschaft zeigen. „Wir machen die Teamer-Schulungen in Zusammenarbeit mit mehreren Kirchen“, erläutert Wirtz. Drei der Teamer seien beispielsweise kürzlich als Begleiter bei der Konfirmanden-Freizeit mitgefahren.

Gegengewicht zum Konkurrenzdenken

„Im ,Arbeitskreis Jugend‘ können sich junge Menschen einbringen und sich am Programm beteiligen“, erläutert Wirtz weiter. Offene Angebote, wie Schwimmen oder Klettern gehen gehörten genauso dazu wie etwa gemeinsames Singen. „Wir wollen nichts von oben aufdrücken, und ich sehe mich auch nicht als Missionar“, betont Wirtz.

Viel wichtiger sei es, ein Gegengewicht zu schaffen, für das ständige Sich-Aneinander-Messen, wie es etwa in einigen TV-Sendungen der Fall sei. „Jeder soll so sein dürfen, wie er ist – es muss kein Mindest-Standard erreicht werden“, sagt Wirtz. Die Gemeinschaft in der Kirche sei auch dazu da, jedem zu signalisieren, das er gut sei – genau so, wie er ist.

Was nach der Elternvertretung kommt, ist völlig offen. „Ich habe sozusagen einen Appell an mich selbst gerichtet: Alle warten darauf, dass es irgendwann schön wird, statt im Hier und Jetzt zu leben – ich will jetzt genießen, dass es schön ist. Bis jetzt klappt das gut“, sagt Wirtz.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 17:00 Uhr

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