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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 21:20 Uhr

Wedel : Passage: Parken kostet Gebühren

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Eine Schranke kontrolliert die Einfahrt zur Tiefgarage an der Bahnhofstraße. Nicht-Kunden des Einkaufszentrums müssen zahlen.

Wedel | Viele Autofahrer haben anscheinend die Tiefgarage der Wedeler Passage an der Bahhofstraße als Gratis-Alternative für die kostenpflichtigen Stellplätze der Innenstadt benutzt. Damit ist jetzt Schluss. Die Gebäudeverwaltung, die Hamburger Völkel Company, hat vor einigen Tagen Schranken installieren lassen. Anfang kommender Woche sollen sie in Betrieb gehen.

„Die Anzahl der Fremdparker war sehr hoch, sodass sich die Bestandsmieter beschwert haben, dass nicht genügend freie Parkplätze für ihre Kunden zur Verfügung standen. Das Parkhaus ist in erster Linie für die Kunden der Passage gedacht“, sagte Xenia Starossadcheva, bei Völkel für die Passage zuständig, auf Anfrage. „Aber auch die Nicht-Kunden können ab sofort rechtmäßig in der Tiefgarage parken“, sagt Starossadcheva.

Denn in der Passage gilt zukünftig eine Regelung wie an den Welau-Arcaden. Kunden können 90 Minuten kostenfrei parken. Die Karten werden in den beteiligten Geschäften entwertet. Nicht-Kunden zahlen dagegen für jede angefangene Stunde einen Euro. Tagespauschalen gibt es nicht. Der neue Ticketautomat steht in der Tiefgarage am Zugang zum Erdgeschoss. In der Vergangenheit hatten Nicht-Kunden die Tiefgarage nicht benutzen dürfen. Kunden durften 90 Minuten parken, mussten aber eine Parkscheibe ins Fenster legen.

Im August 2014 hatte die Stadt Wedel begonnen, in der Innenstadt Parkgebühren zu kassieren. So dürfte auch der Druck auf die gebührenfreie Stellplätze größer geworden sein. Auch die Welau-Arcaden haben darauf reagiert. Weil parken auf den städtischen Flächen, je nach Ort, auf zwei oder drei Stunden begrenzt ist, nutzten viele den Parkplatz der Arcaden mit dem Tagesticket für zwei Euro. Das missfiel den Unternehmen, denn die Dauerparker blockierten Stellflächen für die Kunden. Konsequenz: Der Tagesparkschein kostet inzwischen zehn Euro.

Kostet Gebühren: Die Einfahrt zur Tiefgarage der Wedeler Passage wird mit einer Schranke kontrolliert.
Kostet Gebühren: Die Einfahrt zur Tiefgarage der Wedeler Passage wird mit einer Schranke kontrolliert. Foto: Thieme
 

Für die Stadt Wedel ist die Parkgebühr zu einer soliden Einnahmequelle geworden. 2014 flossen 71.000 Euro ins Stadtsäckl, im Folgejahr waren es 317  000 Euro und in diesem Jahr erwartet die Verwaltung 340.000 Euro. Mehr Personal für die Kontrollen gab es nicht. „Derzeit sind drei Teilzeit-Kollegen und eine Saisonkraft unterwegs. Der Kontrollaufwand pro Fahrzeug hat sich aber etwa verdoppelt“, sagt Cornelia Wegner vom Ordnungsamt der Stadt. Eine Parkscheibe sei schnell zu finden und zu kontrollieren. Die kleinen Tickets zu überprüfen und Falschparker zu dokumentieren erfordere mehr Zeit. Wenn in der Stadt viel los sei, würden weniger Straßen als üblich abgelaufen. Zehn bis 25 Euro kostet das Knöllchen bei einem Verstoß.

Die Wedeler Kaufleute haben sich mit den Parkgebühren, die sie anfangs lautstark kritisiert hatten, abgefunden. „Wir wollen nicht nur dagegen sein, sondern weiterhin konstruktiv an einer Verbesserung der Situation mitarbeiten“, sagte Jan Lüchau, Vorsitzender der Wedeler Kaufleute, dem Tageblatt am Sonntag. Die Parkraumbewirtschaftung sei Realität und die Unternehmer aus der Innenstadt müssten sich damit arrangieren. Den befürchteten Umsatzrückgang habe es nach jetzigem Stand nicht gegeben. Die Rückmeldungen der einzelnen Kaufleute seien aber uneinheitlich. „Wir haben von etwa 35 Unternehmen Rückmeldungen bekommen. Da war von ‚katastrophal‘ bis ‚keine Veränderungen‘ alles vorhanden“, sagte Lüchau. Vor allem Geschäfte mit viel Laufkundschaft schmerzte die Gebühr sehr, Fachhändler hätten weniger Sorgen. Kritik üben die Händler an der Ausschilderung der Parkplätze.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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