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Pinneberger Tageblatt

26. März 2017 | 20:59 Uhr

Das Sonntagsgespräch : „Ohne neue Trainingshallen geht es nicht weiter“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ljubisa Kerkelic, Vorsitzender der Golden Lions Pinneberg, über die Angst vor dem Aus.

Pinneberg | Die Golden Lions aus Pinneberg suchen eine neue Heimat. Auf ihrem Gelände in der Straße An der Mühlenau entstehen demnächst Wohnungen, so dass die Kampfsportler aus dem gesamten Kreisgebiet und aus Hamburg voraussichtlich ab September auf der Straße stehen. Im Sonntagsgespräch berichtet der Vorsitzende Ljubisa Kerkelic von der schwierigen Suche nach einer Trainingsstätte und der Angst vor dem Aus für die Golden Lions.

Wissen Sie schon, wie es mit den Golden Lions weitergeht?
Momentan sieht es so aus, dass wir noch bis September unsere Unterkunft in der Nähe des Pinneberger Bahnhofs nutzen dürfen. Wir haben uns schon mehrere neue Gebäude angeschaut, aber bisher noch nicht das Passende gefunden. Entweder ist die Fläche  zu klein oder der Preis zu hoch. Derzeit stehen uns etwa 600 Quadratmeter mit zwei Trainingshallen, sanitären Anlagen, Fitnessraum, Büros und zwei Umkleidekabinen zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft weniger Platz haben. 400 Quadratmeter sollten es aber schon sein. Wenn wir weniger Platz haben, kann es sein, dass wir unsere Angebote zurückfahren müssen.

Können Sie sich auch einen Standort außerhalb Pinnebergs vorstellen?
Nur schwer. Ich bin eigentlich auf Pinneberg fixiert, da hier schon seit 2001 unsere Heimat ist und unsere Trainingsstätten für die Mitglieder ideal zu erreichen sind. Wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, bleibt uns aber nichts anderes übrig, als einen Umzug in eine der Pinneberger Nachbargemeinden in Erwägung zu ziehen.

Ist die Zukunft des Vereins gefährdet?
Ja. Wir brauchen neue Trainingshallen. Sonst geht es nicht weiter. Da der Umzug einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wäre es schön, wenn wir spätestens Mitte des Jahres eine Lösung haben. Finanziell wird der Bezug neuer Räumlichkeiten für uns ohnehin ein Kraftakt. Schließlich können wir unseren etwa 300 Mitgliedern keine Beitragserhöhung zumuten. Ich glaube aber trotz der Schwierigkeiten an ein Happy End.

Was bieten die Golden Lions an?
Taekwondo, Thaiboxen, Boxen, Yoga-Pilates-Fitness, Capoeira, Schwertkampfkunst, Selbstverteidigung, Freestyle, MMA – unser Angebot ist vielfältig. Unsere Mitglieder kommen nicht nur aus Pinneberg, sondern auch aus dem Umland und aus Hamburg. Sogar einige Schulen trainieren bei uns. Ich bin der Auffassung, dass man als Sportverein eine soziale Verantwortung hat und denen, die nicht so viel haben, bei den Beiträgen entgegen kommen muss. So gelingt es uns, einige Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen.

Belastet Sie die ungewisse Zukunft?
Ja klar. Mir liegt einfach sehr viel an den Golden Lions. Wir haben hier in Pinneberg gemeinsam etwas aufgebaut und sind wie eine Familie. Es wäre schade, wenn wir das alles aufgeben und ich meinen Sportlern sagen müsste, dass es nicht mehr weitergeht. Einige von ihnen habe ich seit frühester Kindheit begleitet.

Wie ist die Unterstützung der Stadt Pinneberg?
Finanzielle Unterstützung ist nicht drin, weil die Stadt kein Geld hat. Die Stadt hilft uns aber bei der Suche nach einer neuen Heimat.

Welche Bedeutung haben die Golden Lions für Pinneberg?
Die Golden Lions sind international bekannt und organisieren in Pinneberg Veranstaltungen mit Sportlern aus ganz Europa. Wir haben auch schon einiges vorzuweisen. Unzählige Landesmeistertitel, Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften sowie an deutschen Titelkämpfen – der Verein hat viele hochklassige Sportler. Wir bieten vor allem mit Taekwondo Spitzensport in einer olympischen Disziplin an. 

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erstellt am 05.Mär.2017 | 14:00 Uhr

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