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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Neues denken, Neues wagen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kunst- und Förderpreis Schleswig-Holstein ehrt Posaunist Nils Landgren und Keramikerin Lena Kaapke

„Nils Landgren ist in der Lage, Musik zu beleben. Er ist ein begnadeter Pädagoge. Er ist eine Lichtgestalt an der Posaune. Er verkörpert große Kunst mit einem eigenen Stil.“ Mehr geht wohl nicht an Lobesworten, die Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gewählt hat. Der Anlass war ein feierlicher: Am Montagabend wurde dem 60-jährigen „schleswig-holsteinischen Schweden“ als zweiter Ausländer der Kunstpreis 2016 des Landes vor etwa 150 Gästen im Kulturwerk am See in Norderstedt verliehen.

Doch nicht nur der Jazzmusiker Landgren wurde als „Juwel in der langen Reihe der Geehrten“ seit 1950 auf den Schild gehoben. Parallel zu dem mit 20000 Euro dotierten Hauptpreis stand auch die 1989 in Flensburg geborene Keramikerin Lena Kaapke im Mittelpunkt.

Doch bevor die Künstlerin, die laut Albig „als kritische Keramikerin die Finger in die Wunden der Zeit“ legt und sich über den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis 2016 freuen konnte, ließ sich Landgren-Laudator Christian Kuhnt eine „Liebeserklärung“ an seinen Musik-Helden nicht nehmen. Der promovierte Musikwissenschaftler und Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) erinnerte an die JazzBaltica-Spielstätte Salzau, die der Posaunist seit Beginn 1991 an der Seite des damaligen Künstlerischen Leiters Rainer Haarmann „zum Zauberort des internationalen Jazz mit geprägt“ habe. Langren sei stets neugierig auf das Heute, der bei allem Erfolg nie vergesse, den Nachwuchs zu fördern und sich zu kümmern. „Dafür lieben Dich die Menschen,“ betonte Kuhnt.

Nicht weniger ehrerbietend sorgte Ulrike Ernemann, Leiterin des Eisenkunstmuseums in Büdelsdorf, mit ihrer Lobrede für eine persönliche Annäherung an die junge Preisträgerin Kaapke. Als Schülerin von Professor Kerstin Abraham mit Masterstudium für Freie Kunst und Keramik, und aktuell Lernende als Muthesius Projektstudentin bei ihrer Meisterin, habe bei ihr „die Keramik den Weg in die freie Kunst gefunden“. Kaapke suche stets den kritischen Dialog zur Gegenwart. Sie habe mit ihren Installationen „1500 Schüsseln“, „242,814 Liter “ oder „Feldforschung zu Fuß“ großes „Potenzial für die Revolution“.

Beide, Landgren und Kaapke, verbindet die Liebe zur Farbe rot. Als zu guter Letzt der Leiter von JazzBaltica seit 2012 zu seiner neuen roten Posaune griff – ein Ersatz, weil die „30    Jahre alte Liebe“ repariert wird –, war das Publikum aus dem Häuschen. Gemeinsam mit Musikern des LandesJugendJazzOrchesters stimmte Landgren „Same old story“ an. Eine Hommage an seinen Freund Joe Sample (1939-2014).

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erstellt am 02.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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