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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:12 Uhr

Vom Kaiserreich zur Republik : Neues Buch der VHS-Geschichtswerkstatt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neues Buch der VHS-Geschichtswerkstatt mit zahlreichen historischen Einblicken.

Pinneberg | Der gemeinsame Nenner der drei Mitglieder der Pinneberger VHS-Geschichtswerkstatt und des VHS-Leiters Wolfgang Domeyer ist schnell gefunden: Sie haben alle Geschichte studiert und brennen für diese Materie. Anfang Dezember erscheint ein Buch auf der Basis ihrer neuen Forschungsarbeiten, das sechste in Folge. Es heißt: „Pinneberg – Vom Kaiserreich zur Republik (1900-1923)“. Etwa 336 Seiten ist es dick und kostet 15 Euro. Verschiedene Autoren kommen darin mit ihren analytischen Beiträgen zu Wort. Zu erwerben ist es bei der VHS und in den örtlichen Buchläden.

„Jemand hat mal gesagt: Pinneberg hat keine Geschichte. Wir haben das Gegenteil bewiesen“, sagte Domeyer während der ersten offiziellen Vorstellung in den Räumen unserer Redaktion. Pinnebergs Geschichte – in mehreren Archiven wurden die Historiker fündig. Schulchroniken, die anno dazumal noch minutiös geführt wurden, wie die Verfasser betonen, haben sie als wichtige Quellen studiert, und auch die Presseerzeugnisse von damals wurden gewälzt: „Ohne das Pinneberger Tageblatt wären wir aufgeschmissen gewesen“, sagte Johannes Seifert.

Der ehemalige Lehrer ist in dem Buch gleich mit mehreren Beiträgen vertreten. In „Pinneberg wächst“ schreibt er über den Aufstieg von Pinneberg Dorf (heute Pinneberg Nord), wie es schließlich zur Eingemeindung kam und die Einwohnerzahl des Stadtgebiets von 4500 auf 6000 wuchs. Vorausgegangen war, dass der Unternehmer Herman Wupperman eine Arbeitersiedlung in Pinneberg Dorf aufgebaut hatte – mit der Folge, dass die Schule erweitert werden musste. Über die Finanzierung gab es einen juristischen Streit mit den Pinnebergern. „Die Leute sahen nicht ein, dass sie alles bezahlen sollten“, sagte Seifert.

Angesichts der mit der gegenwärtigen Flüchtlingskrise verbundenen Herausforderungen erschien es Bernd Sticklies, vor seiner Pensionierung ebenfalls als Lehrer tätig, interessant, eine weniger bekannte Episode aus der Historie Pinnebergs zu beleuchten. „Ostpreußische Flüchtlinge in Pinneberg 1914/1915“ lautet sein Forschungsbeitrag: Von Ende 1914 bis zum Mai 1915 fanden 290 Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten Ostpreußens im heutigen Pinneberger Stadtgebiet Aufnahme. Der Autor beschreibt die Sozialstruktur der Flüchtlinge und zeigt, wie Ankunft, Unterbringung, Versorgung, Schulbesuch und schließlich seit Ende Februar 1915 die Rückkehr der Flüchtlinge organisiert wurde. Sticklies zeigt auf, dass es kaum Ablehnung seitens der einheimischen Bevölkerung gab und welche Solidarität gegenüber den Neuankömmlingen geübt wurde.

„Über Pinneberg in den Mobilmachungstagen 1914“ berichtet VHS-Leiter Wolfgang Domeyer in seiner Abhandlung. „Es gab nicht nur Kriegsbegeisterung“, sagte er. Und Hartmut Tank nimmt den Schulalltag während des Ersten Weltkriegs unter die Lupe. So erfährt der Leser beispielsweise, dass es zu wichtigen Kriegsereignissen, Schlachten oder Heldentagen schulfrei gab oder bei Ausflügen Krieg gespielt wurde. Das sind nur zwei Aspekte aus einem Füllhorn von Fakten, die bei Tank nachzulesen sind. Tatsächlich hatten die Autoren so viel Material, dass es im nächsten Jahr ein weiteres Buch geben wird.

Die VHS plant für Mittwoch, 30.November, eine Vorstellung des Buchs „Pinneberg – Vom Kaiserreich zur Republik (1900-1923)“. Beginn ist um 19.30 Uhr in der VHS Pinneberg, Am Rathaus 3, Raum 347.  Anschließend gibt es einen Vortrag von Dr. Martin Rackwitz zum Thema „Vom Kaiserreich über den Matrosenaufstand zur Demokratie“ – Schleswig-Holstein 1900-1920.
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erstellt am 16.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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