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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:10 Uhr

Lärmkonflikt in Wedel : Neues Baurecht im Businesspark?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Grünen kritisieren den Umgang mit dem Urteil.

Wedel | Sie haben recht behalten – freuen werden sich Wedels Grüne dennoch nicht. Die Ablehnung einer Klage Wedels gegen den B-Plan Rissen 11 bestätigt in ihrer Begründung wesentliche Punkte, die die grüne Fraktion zur Änderung von F- und Landschaftsplan sowie zum Satzungsbeschluss für den Businesspark-B-Plan Wedel 88 per Antrag gerade gerückt haben wollten. Damals waren sie gescheitert. Ob es nun einen neuen Antrag zu Wedel 88 gibt? „Gut möglich“, sagte Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke gestern dem Tageblatt. „Klar ist auf jeden Fall: So können wir das Ganze nicht auf sich beruhen lassen.“

Wie berichtet wollte Wedel die Ausweisung eines reinen Wohngebiets in Rissen direkt neben dem künftigen Businesspark-Gewerbegebiet nicht hinnehmen, um Einschränkungen bei der zulässigen Lärmemission zu verhindern – erfolglos. In seiner Abfuhr weist das Oberverwaltungsgericht Hamburg die Rolandstadt unter anderem darauf hin, dass nur 5,4 Prozent der Gewerbeflächen von der Lärm-Emissionseinschränkung betroffen werde. Und dass Wedel selbst Konflikte durch die konkrete Gestaltung der ermöglichten Bauvorhaben vermeiden könne. Eben diese 5,4 Prozent machten jedoch einen großen Teil vom „Sahne-Abschnitt, der Hochufer-Kante“ aus, so Wuttke.

Die Stadt mache es sich einfach, wenn es heiße, man werde dies über die Auswahl tatsächlicher Ansiedlungsvorhaben steuern, so Wuttke. Für ihn wäre die logische Konsequenz, den B-Plan zu ändern. „Das wird Geld kosten, aber das ist nicht unsere Schuld. Klar ist: Hier wurde frisches Baurecht geschaffen, das in der beabsichtigten Form jetzt schon nicht durchsetzbar ist. Und das in der besten Lage.“

Nur durch eine B-Plan-Änderung könne vermieden werden, dass ein Vorhabenträger kommt und den Kaufpreis drückt, „wie es schon beim ersten Projekt im Businesspark der Fall war“, so Wuttke. „Das wäre eine saubere Lösung.“ Seine Partei hatte zuletzt vor einem Jahr – den Stellungnahmen Hamburgs und des Nabu im Zuge der Beteiligung folgend – geringere Höhen, weniger Baumasse und breitere Grünstreifen in den fraglichen Arealen gefordert.

Kritisch sieht Wuttke zudem den Normenkontrollantrag selbst. Die Verwaltung habe der Politik im „Brustton der Überzeugung“ vermittelt, Wedel könne nur gewinnen. „Diese Überzeugung, das Gebiet voll ausschöpfen zu können und die eigenen Interessen zu schützen, das war ein Schuss in den Ofen“, so der Grünen-Fraktionschef. Wie teuer der war, sei noch nicht klar. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag sei für die Anwaltskosten bewilligt worden. „Das Geld hätten wir uns schenken können“, sagt Wuttke.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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