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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:19 Uhr

Von Harvard nach Pinneberg : Neue Privatschule startet am 5. September

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Leiterin der Einrichtung kommt aus den USA. Kritik gibt es von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Pinneberg | Im Februar 2015 sind die Pläne erstmals im Pinneberger Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. Nun ist der erste Teil für den International School Campus (ISC) fertig: Eine moderne Holzverkleidung außen, Grünanlagen und Sitzgelegenheiten vor dem vierstöckigen Haus – die neue Privatschule auf dem Gelände der Parkstadt Eggerstedt hat Gestalt angenommen. Der Hamburger Bildungsträger Wabe schafft damit Fakten: Am 5. September geht Pinnebergs neue Privatschule an den Start.

Kritik kommt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Während Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) und ein Großteil der Politik hinter dem Projekt stehen, schlägt Bernd Schauer, Geschäftsführer der (GEW) in Schleswig-Holstein, ernste Töne an: „Wir haben grundsätzlich nichts gegen private Schulen wie beispielsweise die Schülerschule in Pinneberg. Aber eine Schule, die Schulgeld erhebt, halten wir nicht für akzeptabel“, sagt er. Es sei Gift für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. „Eine Gesellschaft lebt davon, dass die Menschen in Kontakt bleiben und sich nicht abschotten.“ Hierfür sei die Schule ein gutes Element. Die Privatschule richte sich an bessere Kreise, die unter sich bleiben wollten. Das habe mit sozialer Realität nichts zu tun. „Eine Schule, die Bildung an den Höchstbietenden abgibt, brauchen wir in Schleswig-Holstein nicht“, sagt er. Gut, so Schauer, dass sich die Entwicklung von Privatschulen in Schleswig-Holstein in Grenzen halte.

Unterdessen ist die Vorfreude bei den Verantwortlichen ungetrübt groß. „Ich kann es kaum abwarten, dass endlich der Lernbetrieb beginnt“, sagt Mary Wenstrom, Geschäftsführerin und Schulleiterin am ISC. Gemeinsam mit ihrer Co-Geschäftsführerin Cristina Costa-Thiele sorgt sie aktuell dafür, dass zum Schulstart alles vorbereitet ist. Los geht es zunächst mit 20 Kindern, die in den Klassenstufen eins bis sechs unterrichtet werden. Ursprünglich sollte der Betrieb mit etwa 40    Kindern starten.

Auch das Kollegium steht bereit. In diesen Tagen sollen die Lehrkräfte nach und nach in Richtung Hamburg umziehen, um das Projekt der zweisprachigen internationalen Schule für die Metropolregion mitzugestalten.

Mehr als zehn Mitarbeiter sind in der Startphase am ISC tätig, darunter acht Lehrerinnen und Lehrer, außerdem Lehrer-Assistenten sowie Angestellte für Personal und Verwaltung. Englisch, Deutsch, Mathe, Naturwissenschaft, Musik, Sport, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Wellness, Geschichte, Kunst, Darstellende Kunst und Technologie – das alles wird auf den Stundenplänen der ersten Schülerinnen und Schüler am ISC stehen. „Wir werden noch weitere Sprachen und Themenbereiche etablieren“, kündigt Wenstrom an.

Freuen sich auf den Schulbeginn: Mary Wenstrom, Geschäftsführerin und Schulleiterin (rechts), sowie ihre Co-Geschäftsführerin Cristina Costa-Thiele bereiten sich vor.
Freuen sich auf den Schulbeginn: Mary Wenstrom, Geschäftsführerin und Schulleiterin (r.), sowie ihre Co-Geschäftsführerin Cristina Costa-Thiele bereiten sich vor. Foto: pt
 

Hauptunterrichtssprache am ISC ist Englisch. Die Schule stellt jedoch durch ein Sprachprogramm sicher, dass die Schüler auch Deutsch auf muttersprachlichem Niveau lernen.

Der ISC ist eine Ganztagsschule mit innovativen Lehr- und Betreuungsangeboten von 7 bis 17 Uhr. Sie richtet sich an einheimische Familien, die auf eine international ausgerichtete Entwicklung Wert legen, genauso aber auch an internationale Familien, die kurz- oder längerfristig in Hamburg und Umgebung ihr Zuhause haben. Die Ganztagsbeschulung inklusive Verpflegung und Unterrichtsmaterialien kostet monatlich 570 Euro.

Auch das Lehrerkollegium bringt Internationalität an die Schule: Die Schulleiterin selbst kommt aus den USA und hat sich dort zuletzt an der Harvard Universität in Boston auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Die Lehrer stammen aus den USA, aus Großbritannien, aus Deutschland und Portugal.

„Unser Ziel ist es, jedem Schüler, der unsere Schule besucht, eine wirklich wertvolle und begeisternde Lernerfahrung zu bieten“, so Wenstrom. Weitere Klassen sollen hinzu kommen: Bis zur zehnten Klasse orientiert sich der Unterricht an den Rahmenlehrplänen Schleswig-Holsteins. Die Prüfungen am Ende der zehnten Klasse sind der Mittlere Schulabschluss oder der internationale Abschluss International General Certificate of Secondary Education. Nach zwei weiteren Jahren dann absolvieren die Schüler das International Baccalaureate, einen Abschluss, der dem Abitur entspricht.

Die internationale Schule wird Teil eines internationalen Bildungs-Campus sein, der in Pinneberg entsteht. Die zu bebauende Grundfläche: 63.000 Quadratmeter. Eine  Kita des Hamburger Bildungsträgers Wabe, der mit dem Wabe Education Network auch den ISC gegründet hat, gibt es bereits. Außerdem entstehen eine Sporthalle, ein Schwimmbad, ein Internat sowie eine Akademie für die Aus- und Weiterbildung von nationalen und internationalen Fachkräften aus den Bereichen Erziehung und Pflege. In Planung befindet sich zudem ein Hotel des Unternehmers Gert Prantner mit etwa 120 Betten und ein Boarding House. Dies alles wird umgesetzt auf dem Campus in der Parkstadt Eggerstedt, dem ehemaligen Kasernen-Gelände in Pinneberg. pt
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erstellt am 03.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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