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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:17 Uhr

Neue Heimat für 36 Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Öffentliche Begehung Junge Männer sollen in der nächsten Woche einziehen / Betreuung durch den Diakonieverein

Die Fassade besteht aus Eternit und besticht durch eine hübsche Holzoptik in Lichtgrau und Anthrazit. Das Ziegeldach ist mit einer Solarthermie-Anlage versehen. An der Grenze zu Prisdorf, nahezu im Grünen, liegt die neue Heimat für die Flüchtlinge, die in Pinneberg gestrandet sind. Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) sprach bei der öffentlichen Begehung genau das aus, was wohl alle Besucher beim ersten Anblick dachten: „Es ist ein gelungenes Haus geworden. Es passt hier gut hin.“

Innerhalb von nur wenigen Monaten ist auf dem Parkplatz der Sportanlage an der Müßentwiete eine Flüchtlingsunterkunft in Holzbauweise hochgezogen worden. Es ist die erste dieser Art in Pinneberg, denn bislang sind die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen und Hotels untergebracht. Die Baukosten betragen 1,1 Millionen Euro.

Nein, ein Provisorium ist es nicht. „Das Gebäude hat eine Lebensdauer von 100 Jahren“, sagt Thomas Leichert, Architekt beim Kommunalen Servicebetrieb der Stadt Pinneberg, der sichtlich stolz auf das Ergebnis ist. Später soll das Gebäude als Obdachlosenunterkunft genutzt werden.

Die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Pia Kohbrok hat die Ausstattung des Projekts mitbegleitet. „Das Haus ist sehr schön geworden, weil es nicht den Charakter einer Großunterkunft hat“, lautet ihr Fazit.

Vor der Belegung stehen noch einige Arbeiten an wie das Anbringen der Briefkästen und das Stutzen der Büsche im Umfeld auf Sichthöhe. Die Dusch- und Toilettenkabinen in den Gemeinschaftswaschräumen sollen diese Woche geliefert werden, so die Flüchtlingskoordinatorin.

Es werden zunächst 34 Plätze belegt, 36 wären möglich. Alleinstehende Männer – überwiegend aus Syrien, Irak und Afghanistan – werden dort einziehen. „Sie durften Wünsche zu ihren Zimmerpartnern abgeben. Viele haben dies in Anspruch genommen“, berichtet Kohbrok. Vereinzelte Frauen dazwischen wolle man nicht. Die Belegung durch Familien in zwei mit Durchgangstüren verbindbaren Räumen sei möglich.

Insgesamt stehen den neuen Bewohnern der Einrichtung 500 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen zur Verfügung. Es gibt 18 Doppelzimmer à 16 Quadratmeter, zwei Gemeinschaftsküchen pro Flur mit Waschmaschinen sowie mehrere moderne Sanitärräume – einer davon ist barrierefrei.

Luxuriös sind die Zimmer nicht: zwei Betten, Schränke, Stuhl und Tisch sowie ein Kühlschrank, ein Set Geschirr, Bettzeug und Handtücher. Zwar gibt es einen Fernsehanschluss, doch das Gerät müssten sich die Geflüchteten selbst besorgen.

Die Unterbringung in der Müßentwiete erfolgt unter der Prämisse, „dass möglichst Konfliktpotenzial vermieden wird und ein angenehmes nachbarschaftliches Zusammenleben wie bisher bestehen bleiben kann“, führt Kohbrok aus. Die Betreuung übernimmt die Diakonie. Es sei keine Eins-zu-eins-Betreuung, sagt Kohbrok. Die Männer sind größtenteils auf sich allein gestellt und müssen ihren Alltag regeln.

Doch ganz weit vom Schuss sind die neuen Bewohner nicht. An der Prisdorfer Straße hält der Bus 185 im 20-Minuten-Takt. „Viele der Flüchtlinge besitzen bereits Fahrräder. Eine weitere Vermittlung von Rädern soll noch angeschoben werden“, sagt Kohbrok. Und der Supermarkt an der Prisdorfer Straße ist in Fußnähe.




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erstellt am 07.Okt.2016 | 16:33 Uhr

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