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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:21 Uhr

Nach Abriss: Angst vor Asbestbelastung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Baustopp Bürger reagieren alarmiert auf Arbeiten in Rellinger Schmiedestraße

In der Rellinger Schmiedestraße wächst die Sorge vor einer gesundheitlichen Belastung durch Asbest, seit auf dem Grundstück Nummer 41 ein Haus mit zwei Nebengebäuden aus den 1950er und eine Garage aus den 1980er Jahren abgerissen wurden. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wurde Ende der vergangenen Woche zunächst ein Baustopp verhängt. Zwar steht das Ergebnis einer Materialanalyse noch aus, allerdings ist eine Belastung von Teilen des des Bauschutts mit der gesundheitsgefährdenden Faser durchaus denkbar.

Die Schmiedestraße steht für das dörfliche, alte Rellingen und für Familienidylle. Viele Häuser stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der Schmiedestraße sind die Wege kurz, etwa von der Brüder-Grimm-Grundschule zum Sportplatz, zur Sporthalle oder zum Spielplatz. Das Haus Nummer 41 stand der Schule gegenüber, das Grundstück grenzt an den Sportplatz. Seit der vergangenen Woche ist die weiß verputzte Immobilie aus den 1950er Jahren ebenso Geschichte wie die Nebengebäude . Eine Baufirma hat das Ensemble abgerissen.

Die Anwohner werden allerdings noch lange daran zurückdenken, denn sie haben den Verdacht, dass die Wellzementplatten auf dem Dach der Garage asbestverseucht und damit hochgradig gesundheitsgefährdend sein könnten. Betroffen wären nicht sie allein, sondern auch die Kinder der Grundschule, die Nutzer der Sportanlagen und die Mitarbeiter der Baufirma, die sich ohne speziellen Schutz auf der Baustelle bewegt haben. Zudem sollen bereits vor dem Baustopp einige Fuhren des möglicherweise belasteten Schutts abtransportiert worden sein - ohne eine fachgerechte Entsorgung. Alles Gründe, warum auch die Ermittler des Polizei-Umweltdienstes Pinneberg auf das Ergebnis der Laboranalyse warten.

Ihr Sorge teilten die Anwohner in den vergangenen Tagen immer wieder auch dem Rellinger Bauamt mit. „Wir sind nicht die Genehmigungsbehörde, aber ich habe den Bauherren sofort um Klärung gebeten“, sagte Amtsleiter Tom Rasmussen. Auch in der Bauaufsicht des Kreises Pinneberg verfolgt man den Fall. „Für den Abriss braucht der Bauherr keine Genehmigung, aber das entbindet ihn und die Baufirma natürlich nicht von der Pflicht, allen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen und die notwendige Sorgfalt walten zu lassen“, sagte der Sprecher des Kreises Pinneberg, Oliver Carstens.

Die Baufirma hat inzwischen reagiert, wohl auch, weil sie zeitliche Verzögerungen fürchtet. „Sie behandelt das Material jetzt wie Asbest und hat eine Fachfirma mit der Entsorgung beauftragt“, sagte Alexander Rohde vom Ermittlungsdienst Umwelt des Polizeiautobahnbezirksreviers Pinneberg. Das bedeutet, das Unternehmen muss auch den Weg des bereits abgefahrenen Bauschutts rekonstruieren und belegen, kann allerdings mit den Arbeiten auf der Baustelle fortfahren. Sollte sich der Asbestverdacht bestätigen, ist es damit nicht getan. „Dann läge eine Straftat vor“, sagte Alexander Rohde, der mit den Ergebnissen in spätestens zehn Tagen rechnet.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 16:38 Uhr

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