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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:23 Uhr

Tangstedt : Nach 29 Diavorträgen ist Schluss

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Reiseimpressionen: Fast drei Jahrzehnte lang bereicherte die Tangstedterin Renate Mahncke das Dorfleben mit ihren Berichten

Es begann mit einem Vortrag über die Gemeinde Tangstedt. „Das war 1987 – und ich war erstaunt, wie viele Besucher erschienen waren, um Bilder und Geschichten über ihre Heimat zu erfahren“, erinnerte sich Renate Mahncke. Seit diesem Termin lud die mittlerweile 82-Jährige jedes Jahr zu einem Lichtbildvortrag ins Tangstedter Gemeindezentrum ein. Doch nun ist Schluss: „Im Februar machten wir eine große Reise nach Indien – und da begann meine Kamera zu streiken“, bedauerte Mahncke. Somit werde es nach dieser Reise leider keinen Bericht mit Bildern geben.

„Ausgangspunkt aller Vorträge war stets die selbst erlebte Reise“, betonte Mahncke. Gemeinsam mit ihrem Mann Hellmut, aber auch in Gruppen besuchte Mahncke unterschiedlichste Länder und Regionen. „Unterwegs hatte ich mit der Kamera in der Hand immer schon den Nachbericht im Hinterkopf“, sagte die Hobby-Fotografin. Anfang der 1990er Jahre brach sie mit ihrem Mann zum ersten Mal mit dem Wohnmobil auf. Das Ziel: die neuen Bundesländer. „Wir haben auch tolle Reisen entlang verschiedener Flüsse, etwa die Elbe, den Rhein oder die Weser entlang, unternommen“, berichtete Mahncke.

Doch immer wieder stellte sie auch ihre Heimat in den Vordergrund: „Es ist erstaunlich im Rückblick zu sehen, dass mehr Besucher an den lokalen Themen interessiert waren“, sagte die rüstige Rentnerin.

So seien es im Durchschnitt immer zwischen 30 und 60 Besucher gewesen – bei einem der Vorträge über Tangstedt mussten eilig weitere Sitzgelegenheiten herbeigeschafft werden, weil 110 Gäste erschienen waren. „Daran kann ich mich noch gut erinnern“, sagte Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos), die selbst seit Jahren keinen der Abende versäumt hat.

Insgesamt hat Mahncke im Lauf der Jahre 35  000 Dias angesammelt – 1000 davon allein in Tangstedt. „Auch nach Jahrzehnten sind die Farben immer noch hervorragend“, schwärmte die Tangstedterin von der alten Technik, die heute kaum noch genutzt wird. „Inzwischen gibt es nur noch eine einzige Sorte Diafilme“, bedauerte sie. Alle Aufnahmen hat sie übrigens selbst gerahmt. „Dabei konnte ich die Bilder dann gleich sortieren“, erklärte sie.

Angefangen mit ihrem Hobby hat sie schon als Teenager. „Damals bekam ich eine Agfa-Box geschenkt“, erinnerte sie sich. Später knipste sie viele Jahre lang mit einer Kleinbildkamera, erst später schaffte sie sich eine Spiegelreflexkamera mit unterschiedlichen Objektiven an. „Leider ist meine Minolta jetzt kaputt“, sagte sie und seufzte. Zwar habe sie zuletzt in Ägypten eine kleine Digitalkamera dabeigehabt, aber eine komplette digitale Ausrüstung anzuschaffen, komme nicht infrage. „Der Vorteil ist schon, dass man die Bilder sofort sehen, am Bildschirm näher heranzoomen und die Aufnahmen bearbeiten kann“, gab sie zu. Dennoch arbeite sie lieber analog.

„Das ist ein kultureller Verlust für Tangstedt“, bedauerte Krohn. Mahncke betonte, dass für sie die kostenlosen Abende ein „Dienst am Dorf“ gewesen seien. Die direkten Reaktionen des Publikums zu erleben, sei immer wieder spannend gewesen. Auf Reisen wird sie weiterhin gehen. „Und wenn mir jemand eine Minolta schenken würde, würde ich auch wieder schwach werden und Vorträge machen“, sagte sie und lachte.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 14:00 Uhr

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