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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Monsterjagd bei Tag und Nacht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Smartphonespiel Hunderte Pokémon-Fänger ziehen täglich auch durch Wedel – Touristische Punkte wie das Fährhaus sehr beliebt

Sie heißen „Hippopotas“, „Geowaz“, „Pikachu“ oder „Hoppspross“, sind in allen erdenklichen Farben und Formen vertreten und quasi überall zu finden – beim Bäcker, auf dem Schulhof, im Einkaufszentrum, Park oder am Baggersee:. Nach ihren bereits einige Jahre zurückliegenden Erfolgen auf der Mattscheibe und bei Spielekonsolen sind die Pokémons, zu deutsch Taschenmonster, nun dank der Handy-App „Pokémon Go“ rein virtuell und irgendwie doch ganz real auf die Menschheit rund um den gesamten Globus los gelassen worden. Der große Hype um kleine Monster scheint keine Grenzen mehr zu kennen.

Auch in Wedel machen sich seit dem Ausbruch des Massenphänomens täglich einige hundert Monsterjäger auf die Suche nach den quirligen Comic-Getieren. Ob nachts um 2 Uhr am Willkomm-Höft oder unter senkrechter Mittagssonne in der Badebucht: Mit dem Handy in der Hand bewegen sich die Spielteilnehmer real auf echten Wegen und Plätzen, während das Display ihres Smartphones die Gegend um die virtuellen Objekte aus der Welt der Pokémons ergänzt.

Elena Stergel (22), Andre Gollub (23) und Robin Kilic (30) spielen seitdem die Smartphoneanwendung auf dem Markt ist. Die drei Freunde haben sich am Abend vor dem Schulauer Fährhaus eingefunden, und dort gerade einen blauen „Schiggy“ eingefangen. „Fährhaus und Willkomm-Höft sind so genannte Pokémon-Hotspots. An diesen gibt es meistens nicht nur einiges zu sehen, sondern für die Spieler auch besonders viel zu holen“, verrät die Einzelhandelskauffrau Stergel aus Pinneberg, die bereits das „Level 19“ erreicht hat – die erfolgreichsten Spieler haben bereits Level 40 erreicht.

Um bei der Pokémon-Jagd erfolgreich zu sein, bedarf es nicht nur einer Portion Glück. Je mehr Jäger unterwegs ist, desto mehr „Items“ – wie Lock-Stoffe in Form von Bällen und Beeren – könnten eingeheimst und verwendet werden.

„Es hat auch etwas Nostalgisches. Früher habe ich die Pokémons immer im Fernsehen geguckt. Heute freue ich mich, dass ich sie auf diesem Wege wiedersehen kann“, ergänzt Stergel, während Andre Gollub klare Vorteile gegenüber dem Zocken an den zu Hause stationierten Spielekonsolen erkennt. „Man kommt raus und unter die Leute. Manchmal trifft man hier an einer Stelle gleich zwanzig Gleichgesinnte auf einen Schlag, kommt ins Gespräch und tauscht sich aus“, sagt Gollub, ehe sein Kumpel Robin das Wort ergreift und trotz aller Pokémon-Begeisterung daran glaubt, dass der Hype schon bald wieder ein wenig abflauen könnte. „Wenn denn die Entwickler nicht regelmäßig neue Updates schaffen“, sagt der Logistiker.

Auch nebenan, auf einer Sitzgelegenheit vor Isi’s Fisch-Imbiss, wird mit den kleinen Monstern aus dem Hause Niantic kurzer Prozess gemacht. Und zwar im Familienverbund. „Es ist eine schöne Sache, hier zusammen mit den Kindern zu spielen. Gerade jetzt wo Ferien sind und es auch mal etwas länger gehen darf“, sagt Alexander Wolf aus Pinneberg, der mit Sohnemann Chris-Alexander und weiteren Angehörigen in die Rolandstadt gekommen ist.

„Es ist auch gleichzeitig so etwas wie die beste Fitness-App die es jemals gab. Soviel wie man sich dazu bewegt“, meint Zahntechniker Till Junge (21) aus Uetersen. Zusammen mit Timm Petersen (19) hat es ihn ebenfalls nach Wedel verschlagen. Während Junge bereits Level 21 erreichen konnte, befindet sich Petersen derzeit noch zwei Stufen darunter.

Mittlerweile hat sich die Sonne verabschiedet. Doch geblieben sind die Monster und ihre Jäger, deren Handy-Displays nun aus der Ferne wie Glühwürmchen in der Dunkelheit flimmern. Sicherlich wird sich dieses Bild dem aufmerksamen Betrachter auch noch in den kommenden Wochen und Monaten in und um die Rolandstadt bieten.

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