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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:21 Uhr

Winterputz : Modellflieger bestehen Sport-Audit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Flugtechnische Gemeinschaft Borstel-Hohenraden bereitet naturbelassenes Gelände des Flugplatzes auf den Winter vor.

Borstel-Hohenraden | Mit Harken wurde die Startbahn vom Laub befreit. Parallel kreischten in den Bäumen rund um das Gelände der Flugtechnischen Gemeinschaft (FTG) Borstel-Hohenraden die Kettensägen und krachten dicke Äste auf den Boden. Zwei Traktoren befuhren die Straße am Hanredder und besserten die Schlaglöcher und Seitenbereiche aus. „Wir machen alles fit für den Winter“, erläuterte Lothar Wendt, Vorsitzender der FTG.

Das Vereinsheim wurde wegen der fehlenden Heizung vom Wasser befreit, die Hecken geschnitten. Überall wuselten die Vereinsmitglieder auf der etwa fünf Hektar großen Fläche herum. „Wenn etwas erledigt werden muss, packen alle mit an“, freute sich Wendt. Etwa 60 der 130 Mitglieder halfen mit, das Fluggelände auf Vordermann zu bringen und alle Gerätschaften zu warten. „Es gibt einen starken Zusammenhalt im Verein. Die Mitglieder haben alles, was wir haben, selbst aufgebaut. Wir bekommen keine Fördergelder, sondern müssen es selbst machen und finanzieren“, erläuterte Wendt. In seinen Worten schwang dabei weder Neid noch der Wunsch nach öffentlicher Unterstützung mit. „Wir sind froh, dass uns die Gemeinde die Fläche überhaupt zur Verfügung stellt. Dafür wollen wir auch etwas zurückgeben“, sagte er. Daher wurde nicht nur das Flugfeld, sondern auch die Zuwege entsprechend auf Vordermann gebracht. „Wir nutzen die Straße, und dann halten wir sie auch in Schuss. Vielleicht stammt der eine oder andere Schaden auch von Reitern, aber das ist egal. Für uns muss der Gemeindearbeiter keine Schäden beseitigen“, so Wendt.

Der gute Zustand der Anlage wurde der FTG Schwarz auf Weiß bescheinigt. Der Deutsche Aero Club (DAeC), der Dachverband der Luftsportlerinnen und Luftsportler in Deutschland, hat ein Sport-Audit Luftsport durchgeführt und dem Verein die gute Arbeit bescheinigt. „Sie haben sich einen Tag lang alles angesehen“, sagte Wendt, während er in einer Mappe blätterte, in der die Lautstärkemessungen für jedes Modellflugzeug erfasst sind – aus 25 Metern Entfernung dürfen diese im Durchschnitt von drei Messungen die Marke von 75 Dezibel nicht überschreiten. „Sie haben sich auch alle Schulungsnachweise angesehen“, so Wendt. Wurden die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit Klebstoff geschult? Kennen die Mitglieder die Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit Verbrennungsmotoren? Liegen alle luftrechtlichen Genehmigungen vor? „Wir haben uns dazu bereit erklärt, die Normen zu erfüllen, und das tun wir auch“, sagte Wendt. Für das Audit hatte sich der Verein freiwillig angemeldet.

Naturschutzdiskussionen

„Bei uns ist fast alles naturbelassen. Hier nisten viele Vögel, die vielleicht nicht hier wären, wenn es ein Maisfeld wäre“, sagte Wendt grinsend. Er kennt die Naturschutzdiskussionen nur zu gut. „Jahrelang galten Modellflug und Umweltschutz als unvereinbar. Mittlerweile hat sich das geändert. Wir haben auch eine gute Beziehung zur Umweltbehörde des Kreises Pinneberg.“

Die Flugzeuge lagern im Winter in den Kellern der Mitglieder, weil sie durch Kälte und Feuchtigkeit beschädigt werden könnten. Alle Werkzeuge auf einem Bauernhof. „Hier ist nichts mehr“, sagte Wendt. Doch wird auch im Winter geflogen. „Solange es trocken und nicht zu windig ist, sind immer wieder Mitglieder hier draußen“, erläuterte Wendt. Die Saison startet offiziell im Frühjahr kommenden Jahres – dann steht der nächste Arbeitseinsatz für die flugbegeisterten Mitglieder an.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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