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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:36 Uhr

Mit Leonie und Sophie ins Museum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Audioguides Pinneberger Einrichtung stellt zwei kostenlose Apps zur Verfügung / Zwei Schwestern sprechen Version für Kinder ein

„Guck Dir den Zahnarztstuhl an. Der totale Horror, diese spitzen Bohrer“, tönt die Stimme von Leonie Richter aus dem Smartphone. Ein langgezogenes, ängstliches „Ohhh“ ist zu hören. Es kommt von ihrer Schwester Sophie. Dann erklingt die ruhige Stimme von Margot Drews, der Großmutter, die eine kurze Erläuterung gibt, dass es sich hier um Praxisgegenstände Rudolph Grothkops aus den 1920/30er Jahren handelt. Der Pinneberger Zahnarzt war zugleich Maler – ein Autodidakt. Sein Lieblingsmotiv: die Bahnhofstraße. Und zwar rauf und runter, bei Tag und bei Nacht. Wieder etwas dazugelernt.

Die Dauerausstellung des Museums Pinneberg können Besucher jetzt ganz neu entdecken. Ab sofort stehen den Besuchern zwei kostenlose Audioguides zur Verfügung: einer für Kinder und einer für Erwachsene. Einfacher geht es nicht: Als Hardware wird das private Smartphone genutzt. Die App lässt sich unter www.museum.de herunterladen. Über GPS wird dann das am nächsten liegende Museum angezeigt. In Elmshorn wäre es das Industriemuseum, in der Kreisstadt eben das Museum Pinneberg. Zwar könnten sich Interessenten die App auch zu Hause runterladen und am Computer schon mal reinhören, aber auch im Foyer des Museums ist das möglich.

„Hier gibt es freien WLAN-Zugang“, sagt Ina Duggen-Below, Leiterin des Museums in der Dingstätte 4. Sie hatte auch Anfang des Jahres die Idee zu den Audioguides, als sie von dem Angebot hörte. „Die Einrichtung eines Audio  guides ist kaum zu bezahlen und für uns logistisch nicht denkbar“, sagt sie. Jetzt belaufen sich die Kosten auf etwas über 900 Euro, die der Förderverein zahlt. Die Kosten entstanden im Zuge der technischen Aufnahmen, die im Museum an drei Tagen gemacht wurden, und der technischen Nacharbeit. Duggen-Below hätten die Kinder-Guides anderer Museen nicht überzeugt. Und so kam sie auf die Idee, doch Leonie und Sophie den Part übernehmen zu lassen. Deren Großmutter engagiert sich ehrenamtlich im Museum Pinneberg. So kam der Kontakt zustande.

Die drei haben dann die Texte eingesprochen, wobei die beiden Schwestern sozusagen selbst auf Entdeckungstour durch die Dauerausstellung zu den Objekten gegangen sind, die sie besonders interessieren, während Margot Drews verständliche Erläuterungen gibt. Die alte Zahnarztpraxis, die Mineralsteinsammlung von Johannes Görbing und ein Filmdokument über das Pinneberger Stadtfest von 1925 – das hat die beiden Mädchen besonders fasziniert.

Und sie haben dabei viel gelernt „Wir haben uns mit Dingen befasst, die wir vorher noch nicht gesehen haben, und so viele Sachen gelernt, die wir vorher nicht wussten“, sagt Leonie Richter.

Für die Erwachsenenversion wurde der professionelle Sprecher Martin John Mills engagiert. Dieser Rundgang gibt auch eine kurze Einführung in die Geschichte des Museumsgebäudes. Die Tour dauert eine gute halbe Stunde. Wer nicht die chronologisch vorgegebene Route gehen will, kann das auch: Über die Eingabe der Stationsnummer oder des QR-Codes können die Besucher jedes Objekt auswählen, zu dem sie Informationen erhalten möchten. Ausprobieren kann man die Audioguides am Familientag, Sonnabend, 3.    September, von 15 bis 17 Uhr.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 16:05 Uhr

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