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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Mit Gesprächen den Streit beenden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schlichter Horst Voigtländer bearbeitete zehn Fälle in seinem ersten Jahr

Nur ein einziges Mal musste der Tangstedter Schiedsmann Horst Voigtländer bislang die sogenannte Erfolglosigkeitsbescheinigung ausstellen. „Alle anderen Fälle, die an mich herangetragen worden sind, konnten mit einem oder mehreren Gesprächen geschlichtet werden“, berichtete Voigtländer.

Und das waren nicht wenige: Seitdem Voigtländer das Amt im August 2014 übernommen hat, suchten 16 Streithähne aus dem Dorf seine Hilfe. „Viele wussten gar nicht, dass es in Tangstedt überhaupt diese Art der Streitschlichtung gibt“, sagte er. Erst durch einen Bericht in dieser Zeitung seien einige Bürger aufmerksam geworden und hätten ihn angesprochen, erklärt der Schiedsmann.

„Die Fälle ähneln sich meistens – es geht um Beschattung von Grundstücken, um Wurzeln aus Nachbars Garten, um Beleidigung, Bedrohung oder eine Videokamera, die zur Überwachung angebracht wurde“, zählt Voigtländer die gängigsten Themen auf. Probleme mit Nachbarn, die zu viel grillen, gebe es eher nicht. „Es gibt hier wenig Mietwohnungen, deren Bewohner auf dem Balkon grillen und damit andere stören“, vermutet er als Begründung. Schon eher gebe es Zoff, weil ein Laubbaum im Herbst seine Blätter eben auch in Nachbars Garten verteile.

„Mein erster Schritt ist immer, mit beiden Parteien das Gespräch zu suchen“, beschreibt Voigtländer seine Herangehensweise. „Dann stelle ich ganz oft fest: Die Beteiligten haben im Vorfeld überhaupt noch nicht miteinander gesprochen“, berichtete er. Doch oft helfe das zwanglose Gespräch ohne eine offizielle Vorladung schon, um Missverständnisse auszuräumen und Konflikte aus der Welt zu schaffen. „Und plötzlich geht es dann“, so seine Erfahrung.

Können sich die Streithähne jedoch nicht einigen, werden beide zum Schiedsgespräch eingeladen. „Dabei sollen sich die Parteien so einigen, dass es keinen Gewinner oder Verlierer gibt“, betonte Voigtländer. Denn dies sei die Basis für ein friedliches zukünftiges Zusammenleben.

Scheitert der Versuch indes, bescheinigt der Schiedsmann die misslungene Schlichtung. Erst dann können die Parteien entscheiden, ob ein Gericht sich mit dem Streit befassen muss.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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