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Pinneberger Tageblatt

27. Juli 2016 | 17:19 Uhr

100.000 Euro Für die Landdrostei : Ministerium macht Einrichtung in Pinneberg zum „Kulturknotenpunkt Elbmarsch, Pinneberg, Norderstedt“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erwartet werden die Vernetzung und Unterstützung von Kulturschaffenden.

Kreis Pinneberg | Die Stiftung Landdrostei in Pinneberg, ist in der vergangenen Woche vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Justiz, Kultur und Europa zum „Kulturknotenpunkt Elbmarsch, Pinneberg, Norderstedt“ ernannt worden. Dies bedeutet, dass die Drostei in den kommenden fünf Jahren mit jeweils 20.000 Euro vom Land gefördert wird. Allerdings erhalte sie auch zusätzliche Aufgaben, wie Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin der Drostei, berichtete.

Bislang hat das Land Schleswig-Holstein fünf Institutionen zu Kulturknotenpunkten erklärt. Diese sind jeweils für eine Region zuständig, allerdings verlaufen die Grenzen bewusst fließend. Eine klare Abgrenzung ist vom Land nicht gewünscht. Neben der Stiftung Landdrostei für die Region Elbmarsch,Pinneberg, Norderstedt sind dies  für die Region Nordfriesland, Nordschleswig die Nordsee Akademie Leck, für Dithmarschen, Steinburg der Verband der Volkshochschulen in Dithmarschen, für das Herzogtum Lauenburg, Stormarn die Stiftung Herzogtum Lauenburg und für die Region Probstei, Ostholstein die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz.

„Als Kulturknotenpunkt sollen wir die kulturellen Akteure in der Region miteinander vernetzen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen“, sagte Fricke. Diese Ziele seien von der Landesregierung vorgegeben. Wie genau sie umgesetzt werden und wie die Förderung dafür genutzt wird, können die Kulturknotenpunkte in Absprache mit dem Ministerium selbst festlegen. „Das ist ein großer Vertrauensvorschuss des Ministeriums“, sagte Fricke.

Im Zuge der Bewerbung als Kulturknotenpunkt habe Fricke bereits einige Ideen entwickelt. „Als erstes würde ich aber gern eine Auftaktveranstaltung organisieren, bei der alle Beteiligten sich untereinander kennenlernen und ihre Wünsche an den Kulturknotenpunkt äußern können“, sagte Fricke. Denn das Projekt richte sich an eine Vielzahl von Menschen, die kulturell tätig seien – vom Amateur-Schauspieler bis zum überregional rennomierten Musiker. „Ich kann nicht über deren Köpfe hinweg entscheiden, wie wir als Kulturknotenpunkt arbeiten. Damit das Angebot angenommen wird, müssen wir wissen, was ihre Bedürfnisse sind“, sagte Fricke. Sie gehe davon aus, dass es im ersten Jahr der Projektlaufzeit hauptsächlich darum gehen werde, Strukturen zu schaffen.

Fricke könne sich gut vorstellen, einen Kalender für registrierte Nutzer aus der Kulturszene zu etablieren, in den diese ihre Termine eintragen können. „Dadurch könnte etwa vermieden werden, dass Institutionen miteinander in Konkurrenz geraten, weil sie zeitgleich hochkarätige Konzerte anbieten und ums gleiche Publikum buhlen“, sagte Fricke. Aber die Veranstalter könnten sich mit Hilfe dieses Kalenders auch gegenseitig absprechen, um etwa gemeinsam Lesungen des selben Autors an aufeinanderfolgenden Tagen in Wedel und Norderstedt zu organsieren. „Wenn sie zweimal auftreten können, werden einige Künstler vielleicht eher zusagen oder die Kosten reduzieren sich für die Veranstalter, da Fahrtkosten nur einmal gezahlt werden müssen“, erläuterte Fricke einige der Vorteile.

Knotenpunkt für die ganze Region

Die Arbeit des Kulturknotenpunkts solle jedoch nicht nur den Veranstaltern, sondern auch den Kulturschaffenden aus der Region zugute kommen. „Eine Idee, die ich habe, ist es eine Übersicht zu Fördermöglichkeiten und ihren Deadlines zu erstellen“, sagte Fricke. Für viele künstlerische Projekte gebe es Fördergelder unterschiedlicher Organisationen. „Teils stößt man zufällig darauf, dass es die gibt. Es wäre toll, wenn die Künstler ihr Wissen darüber miteinander teilen könnten“, sagte Fricke.

Für die Kulturschaffenden sollten zudem Workshops angeboten werden. „Gerade für Laien sind die Künstlersozialkasse oder die Gema oft unverständlich. Wir haben damit täglich zu tun und können dieses Wissen weitergeben“, sagte Fricke. Auch Veranstaltungen, bei denen Kultur- und Wirtschaftsvertreter aufeinander treffen und sich darüber austauschen, wie sie gegenseitig voneinander profitieren können, würde Fricke gern organisieren. Die Stiftung Landdrostei freue sich auf die neuen Aufgaben. „Derzeit stehen wir am Anfang eines Prozesses, den wir selbst mitgestalten können. Das wird spannend“, sagte Fricke.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 15:00 Uhr

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