zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Mehr Stalking und digitales Mobbing

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hilfe für opfer Austausch im Rellinger Rathaus

„Das war ein sehr erfolgreiches Gespräch“: So fassten Rellingens Bürgermeister Marc Trampe (parteilos) und der Außenstellenleiter für den Kreis Pinneberg des Weißen Rings, Sönke-Peter Hansen, das gestrige Gespräch zusammen. Der Verwaltungschef hatte den Vertreter der Initiative zur Hilfe von Kriminalopfern in sein Büro eingeladen.

„Ich hatte bereits alle hauptamtlichen Bürgermeister des Kreises kennengelernt. Und da Trampe jetzt neu im Amt ist, bin ich der Einladung gern gefolgt“, sagte Hansen. Im kommenden Jahr stehe dann der Besuch bei Halstenbeks neuem Bürgermeister auf der Agenda, stellte Hansen in Aussicht.

Ziel des Gesprächs war, die Arbeit des Weißen Rings vorzustellen: „Sie leisten eine wichtige und hervorragende Arbeit“, fasste Bürgermeister Trampe zusammen. Der Außenstellenleiter betonte dabei, dass das Netzwerk als „ehrenamtlicher Lotse“ fungiere. So gehe es bei der Arbeit darum, Begleitarbeiten und Wege aufzuzeigen, etwa vor Gericht oder bei der Polizei. „Es geht aber auch darum, Hürden abzubauen“, sagte Hansen mit dem Verweis, dass oftmals psychologische Hilfe erst nach Abbauen von Hemmschwellen angenommen werde.

Es gehe auch um konkrete Maßnahmen, nachdem jemand Opfer einer Gewalttat geworden sei – schließlich könne „jeder jederzeit eines werden“, betonte Hansen. „Dazu bieten wir zum Beispiel Soforthilfen oder Traumabehandlung an“, sagte er. Häufigste Delikte seien seiner Statistik nach Gewaltverbrechen, inklusive häuslicher Gewalt. Direkt danach kämen Sexualdelikte, bilanzierte er. Allein 2016 habe der Weiße Ring 150    Fälle registriert und betreut. Erschreckender Trend: „Die stärksten Zuwächse verzeichnen wir bei Stalking und Cybermobbing“, sagte er.

Ferner gehe es in der Arbeit auch um Aufklärung zu Präventivmaßnahmen, ergänzte Hansen. Daran wolle man auch mit der Gemeinde Rellingen anknüpfen: Es sei geplant, eine gemeinsame Präventionsveranstaltung abzuhalten und das Netzwerk weiter auszubauen. Dafür habe man „kurze Wege eingerichtet“, sagte Bürgermeister Trampe. „Wir stehen mit Dorathea Beckmann, Rellingens Gleichstellungs- und Familienbeauftragter, in Verbindung“, erläuterte Hansen. Für Trampe stehe das Fördern der Arbeit im Vordergrund – schließlich sei nicht nur die Gemeinde an sich Unterstützer, sondern auch er in Person, verriet er.

„Alles in allem war es ein sehr gutes Gespräch“, betonten die beiden. Aber dies sei auch nicht verwunderlich, kenne man sich doch aus früheren Arbeiten, sagten sie schmunzelnd.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen