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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

„So ist der Weg der Zukunft“ : Mehr Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen gefordert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Von der Konkurrenzsituation zum Miteinander: Nicht nur der Kreissportverband fordert mehr Kooperation.

Kreis Pinneberg | Früher war die Aufteilung klar: Schule bis 13 Uhr, dann Mittagessen, Hausaufgaben und es blieb genug Zeit für einen Sportverein. Mit der nahezu flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule entstand für die Vereine eine starke Konkurrenzsituation. Auch im Kreis Pinneberg: Aus Sicht des Kreis- und Schulsportbeauftragten Olaf Schlegel liegt der Schlüssel zum Erfolg in Kooperationen. „Die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen wird immer stärker“, ist sich Schlegel sicher: „Die Trennung ist so nicht mehr vorhanden.“

Ähnlich wie die Vertreter des Kreissportverbands Pinneberg (KSV) sprach sich Olaf Schlegel bei der Präsentation des KSV-Trainertags dafür aus, bei den Nachmittagsangeboten mit den örtlichen Vereinen zusammenzuarbeiten. An der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg – dort ist Schlegel Lehrer – werde beispielsweise ein Handballtraining beim VfL Pinneberg angeboten. Schlegel: „So ist der Weg der Zukunft.“

Karsten Tiedemann, Geschäftsführer des KSV, sprach sich dafür aus, dass die jeweiligen Träger der Schulen hierfür direkt Kooperationsverträge mit den jeweiligen Sportvereinen schließen, um das für die Schüler in der Regel kostenfreie Angebot zu organisieren. Er bezeichnete das Thema der Konkurrenzsituation zwischen den Vereinen und den Schulen als „hochdiffizil“ und „Dauerbrenner der vergangenen Jahre“. Ein Problem sei dabei nicht nur die rein zeitlichen Überschneidungen am Nachmittag. Es habe auch Berührungsängte und Vorbehalte zwischen Lehrern – hauptberuflich und mit abgeschlossenen Lehramtsstudium – und den Übungsleitern der Vereine gegeben.

Unter anderem um derartige Vorbehalte abzubauen, organisiere der KSV alle zwei Jahre den Trainertag. Auch zur siebten Auflage am Sonnabend, 24. September, in Halstenbek sind Vereinstrainer, Übungsleiter und Sportlehrer gleichermaßen eingeladen. Tiedemann „Sie können sich kennenlernen und auch gegenseitig inspirieren.“ Auf dem Programm stehen unter anderem Trendsportarten wie Parkour, Zumba und Power Yoga. Sportarten, die den meisten Lehrern aus ihrer eigenen Schulzeit fremd sein dürften, aber laut Schlegel finden auch diese immer mehr Einzug in den Unterricht: „Es gibt immer neue Impulse. Schulsport verändert sich.“

Tiedemann warb daher nicht nur für eine organisatorische Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen. Sondern auch für ein Aufeinanderzugehen der beteiligten Menschen: „Denn alle kümmern sich um die gleichen Leute – um unsere Kinder.“

Es gibt zwei verschiedene Konzepte der Ganztagsschule: die offene und die gebundene. Die Gemeinsamkeit: In beiden Fälle wird der Unterricht nicht bis  etwa 13 Uhr angeboten, sondern bis 16 Uhr. Der Unterschied: Bei der offenen Ganztagsschule ist das Nachmittagsangebot freiwillig, in der gebundenen Versionen verpflichtend. Im Jahr 2002 gab nach Angaben des schleswig-holsteinischen Schulministeriums lediglich 24 Ganztagsschulen. Im Schuljahr 2016/17 bestehen insgesamt 507 offene Ganztagsschulen und 31 gebundene Ganztagsschulen. So haben insgesamt 538 Schulen – und damit mehr als zwei Drittel aller Schulen – den Unterricht ergänzende Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebote. Im Kreis Pinneberg gibt es zum aktuellen Schuljahr 37 offene und 6 gebundene Ganztagsschulen. Über alle Schularten hinweg gibt es im Kreis Pinneberg 83 öffentliche allgemein bildende Schulen.
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erstellt am 09.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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