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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 23:30 Uhr

Prävention : Mädchen unsittlich berührt: Schulen warnen nach Belästigung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In Schenefeld wurde ein Mädchen unsittlich berührt. Auch benachbarte Einrichtungen schickten Briefe an Eltern.

Schenefeld | Es ging alles sehr schnell: Eine Zwölfjährige wartete gegen 7.20 Uhr an der Ecke Schäferkamp/Lornsenstraße in Schenefeld mit ihrem Fahrrad. Sie war auf dem Weg ins Schulzentrum. Plötzlich sprach sie ein Mann von hinten an. Wie sie später der Polizei erzählte, habe der Unbekannte gesagt, er fände sie „sexy“ und habe sie dann unsittlich berührt. Anschließend ging er – etwa 20 bis 30 Jahre alt, schwarze Hose und Kapuzenjacke, akzentfreies Deutsch – unbehelligt weiter.

Jörg Mangelmann, Präventionslehrer der Polizei im Kreis Pinneberg, empfiehlt – nicht nur anlässlich des Schenefelder Vorfalls –, dass Kinder in kleinen Gruppen zur Schule gehen und diese auch wieder verlassen sollten. Eltern sollten ihre Söhne und Töchter auch grundsätzlich auf den Fall vorbeireiten,  dass sie von einem Fremden angesprochen werden. Die klare Ansage, so Mangelmann: „Kinder sollten auf keinen Fall auf die fremden Leute eingehen, sondern weitergehen und sich an den nächsten Erwachsene wenden.“ Auch der Ausweg in ein Geschäft könne helfen. Auf alle Fälle sollten Kinder den nächsten Erwachsenen um Hilfe bitten, damit dieser sofort die Polizei ruft, so Mangelmann: „Sich auf alle Fälle bemerkbar machen, laut sein, klare Ansagen machen. So etwas lässt sich trainieren.“ Wenn sich Kinder an ihre Eltern wenden, sollten Vater und Mutter vorrangig vermitteln, dass sie richtig verhandelt haben und ihnen Sicherheit geben.

So schilderte die Polizeipressestelle den Vorfall, der sich am Freitagmorgen – also unmittelbar vor dem langen Wochenende – ereignet hatte. Das Mädchen habe gleich am Freitag die Belästigung gemeldet. Das Schulamt im Kreis Pinneberg sei noch am selben Tag darüber informiert worden. Schulrätin Adelia Schuldt sagte, in solchen Fällen sei es wichtig, „rational damit umzugehen“. Die Eltern müssten mit der nötigen Sachlichkeit über den Zwischenfall in Kenntnis gesetzt werden.

Dirk Ziegenhagen, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Achtern de Weiden, sagte auf Nachfrage, man habe sich in „Absprache mit der Polizei und dem Schulamt dazu entschieden, die Eltern zu informieren“. Aber nicht nur die zum Schenefelder Schulzentrum gehörenden Eltern wurden benachrichtigt, sondern auch die der benachbarten Bildungseinrichtungen. Auch die Gorch-Fock-Schule Schenefeld reagierte prompt: Die Eltern erhielten einen Brief, in dem über den Vorfall informiert wurde. Außerdem gibt die Schulleitung dort den Hinweis, dass Kinder nach Möglichkeit in Gruppen zur Schule und wieder nach Hause gehen sollten, und Eltern mit ihrem Nachwuchs über diese Vorfälle reden sollen. Ähnliche Briefe verfasste die Grundschule Altgemeinde.

Aus Sicht von Jörg Mangelmann, Präventionslehrer der Polizei im Kreis Pinneberg (siehe auch Kasten), war es genau die richtige Entscheidung, die Eltern zu informieren: „Präventiv tätig zu werden ist immer der bessere Weg.“ Die Schulen sollten gegenseitig wissen, wenn es Vorfälle gegeben hat, und mit erhöhter Aufmerksamkeit reagieren. Im Schenefelder Fall zeige nun auch die örtliche Polizei im Zuge der Schulwegsicherung verstärkte Präsenz.

Schulrätin Schuldt wies aber darauf hin, dass Panik die falsche Reaktion wäre: „In solchen Fällen kommt es darauf an, die Eltern und Kinder zu warnen, aber auch keine unnötigen Ängste zu schüren. Hysterie sollte vermieden werden.“ In eine ähnliche Richtung geht die Botschaft der Aktion „Missbrauch verhindern“ von der Polizei und der Hilfsorganisation für Verbrechensopfer Weißer Ring. Auf der Internet-Seite des Projekts wird darauf hingewiesen, dass bei den polizeilich registrierten Fällen nur etwa jedes dritte Opfer keine Vorbeziehung zum Täter hat: „Der fremde Mann als Täter ist daher selten.“

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erstellt am 05.Okt.2016 | 14:06 Uhr

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