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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 16:33 Uhr

Lesetipps für verregnete Sommertage

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

empfehlung Einblick ins Bücherregal von Autor

Die Literatur ist Joachim Franks Leidenschaft. Genau wie das Reisen. Der Prisdorfer Autor liest immer mehrere Lektüren gleichzeitig und hat sich auch im Sommer mit neuem Lesestoff eingedeckt. „Für den Urlaub packe ich Bücher spontan und meistens nehme ich dabei zu viele mit“, sagt Frank. Der Autor gibt passend zum regnerischen Lesewetter einen Einblick in seine gegenwärtige Lektüre.

Aktuell hat ihn insbesondere ein Werk gefesselt: „Jenseits aller Grenzen“ von Erich Follath, eine Reise durch die Geschichte und Gegenwart des Islams. Der in diesem Jahr erschienene Besteller handelt von den Erlebnissen des Abenteurers Ibn Battuta, der im 14. Jahrhundert die damals bekannte Welt bereiste – über Persien bis nach Indien, Indonesien und China. 700 Jahre später folgt Follath seinen Spuren und vergleicht die Schilderungen mit der heutigen Wirklichkeit. „Es ist ein Sachbuch, das sich wie ein Roman liest“, beschreibt Frank, der gerade bei der Hälfte der 528 Seiten angekommen ist und die Lektüre als Geschenk erhielt. Die Reisebeobachtungen würden informativ und unterhaltsam vermittelt, aber gleichzeitig werde nicht mit Kritik an den herrschenden Verhältnissen in der islamischen Welt gespart. „In Zeiten, in denen man schnell zu einfachen Lösungen tendiert, sind differenzierte Darstellungen wie diese sehr wertvoll“, findet Frank. „Je mehr man weiß, desto eher kann man urteilen.“ Das Buch empfehle er jedem, der sich für den vorderen Orient historisch und aktuell interessiert.

„Erich Follath ist kein Postkartentourist, sondern blickt hinter die Kulissen“, hebt Frank hervor. Und die Schilderungen weckten auch eigene Erinnerungen: Der Prisdorfer Autor ist selbst an vielen der von Follath beschriebenen Orten gewesen, etwa in Kairo und vor 30 Jahren in Istanbul. „Die aktuelle politische Situation bedauere ich, denn ich denke, viele der Länder waren schon mal weiter in der Entwicklung“, sagt Frank. Eigene Reiseerlebnisse inspirieren ihn häufig zum Schreiben von Kurzgeschichten, einige davon sind in seinem neuesten Buch „Momente wie diese“ gesammelt.

Ein weiteres Buch, das Frank begeistert, ist der 1957 erschienene Roman „Jäger“ von James Salter. Die Autobiografie befasst sich mit den Erfahrungen als Kampfflieger im Koreakrieg. „Salter schildert eindrucksvoll seine Erlebnisse in der Männergesellschaft“, resümiert er.

Der Prisdorfer, der unter anderem Germanistik studiert hat und über 30 Jahre als Lehrer tätig war, ist ein Freund der Literatur von Goethe und Kafka. Aber auch zeitgenössische Werke etwa von Christoph Ransmayr, Julia Franck und Katja Petrowskaja sprechen ihn an. Ein Kurzgeschichten-Band, den der Autor momentan liest, trägt den Titel „Wir haben Raketen geangelt“, geschrieben von Karen Köhler. Frank selbst ist auch schon mitten in der Planung für sein nächstes literarisches Projekt: Dieses Jahr wird er einen Buchband mit weihnachtlichen Geschichten veröffentlichen.

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