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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Uetersen : Langes Tannen: Leinenmuffel im Visier

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren Hundebesitzer. Beamte wollen Präsenz zeigen. Im Vorfeld Beschwerden.

Uetersen | Die Polizei hat gestern gemeinsam mit dem Ordnungsamt das Waldgebiet von Langes Tannen durchstreift. Etwa eine Stunde lang wurden die Wege zu Fuß beschritten, nachdem der Streifenwagen deutlich sichtbar auf dem Parkplatz abgestellt worden war. Kirsten Kölln vom Ordnungsamt der Stadt und Polizeikommissar Ulrich Potthast von der Station Uetersen waren auf der Suche nach Menschen, die die Anleinpflicht für ihren Hund ignorierten.

Viele Hundebesitzer wünschen sich einen Platz für ihre Vierbeiner. Motto: Wenn die Stadt Hundesteuern  einnimmt, kann sie auch einmal etwas für uns tun. Dazu sagt Bürgermeisterin Andrea Hansen: „Wir haben keine städtische Fläche,  das wurde umfangreich  geprüft.“ Sollten ihr von  privater Seite geeignete Flächen für einen Hundeauslaufplatz angeboten werden, würde sie diese Ideen an die Politik zur Entscheidung weiterleiten. Zum Thema Leinenzwang sagt Hansen: „Daran müssen sich alle halten − zum Schutz der Tiere,  die in Langes  Tannen  leben.“

In der jüngsten Vergangenheit kam es zu Beschwerden von Erziehern des Waldkindergartens. Auch Jogger berichteten von unangenehmen Begegnungen mit freilaufenden Hunden im Wald. Doch auch die Hundehalter, die Langes Tannen zum Spaziergang aufsuchen, berichteten von Provokationen. Wie auch immer: Der Leinenzwang besteht, und mit den Kontrollen in unregelmäßigen Abständen wollen Polizei und Ordnungsamt diesen durchsetzen.

Dabei komme es, so Ulrich Potthast, den Beamten auch darauf an, Aufmerksamkeit zu erregen. Daher auch der deutlich sichtbar abgestellte Streifenwagen. „Wir sind im Gespräch“, sagte der Polizeibeamte nach Ende des Rundgangs. „Ich hätte den Streifenwagen sonst auch verstecken und auf die Uniform verzichten können.“

Eine Ordnungswidrigkeit gilt es nun zu verfolgen. Ein Hundebesitzer hatte nach eigenen Angaben sein Tier nur fünf Minuten von der Leine gelassen, um seinen 17 Jahre alten, blinden Gefährten aus dem Fahrradkorb heben zu können. Es half nichts: Der Hundefreund wird sich wegen der Ordnungswidrigkeit verantworten müssen. Ob seine Argumentation am Ende stichhaltig ist, sei eine Frage der Abwägung, so Potthast. Angetroffen wurden zudem etwa zehn Hundehalter, die ihren vierbeinigen Freund an der Leine führten.

Ob es künftig regelmäßig Kontrollen in Langes Tannen geben wird, ist unklar. Ulrich Potthast sagte, dass die Beamten alle 14 Tage einen Streifenwagen in Langes Tannen abstellen könnten. Doch die Uetersener Polizei habe auch andere Aufgaben. Doch zumindest besteht die Absicht, im Herbst wiederzukommen und dann erneut auf Streife zu gehen − um auf diese Weise dauerhaft im Gespräch zu bleiben.

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