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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Mit interaktiver Chronik : KWGP will der DDR-Opfer gedenken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Jahrestag des Baus der Berliner Mauer soll ein Kranz niedergelegt werden.

Kreis Pinneberg | Am Sonnabend, 13. August, jährt sich der Bau der Berliner Mauer. Eigentlich wollte die Kreiswählergemeinschaft in Pinneberg (KWGP) diesen Tag am neuen Gedenkstein bei der Kreisberufsschule Elmshorn würdigen. Doch Politiker von SPD, Grünen und Teilen der FDP aus dem Kreis Pinneberg wollten keinen Gedenkstein für die Opfer des DDR-Regimes und lehnten das Ansinnen der KWGP ab. Die Wählergemeinschaft wird nun am Jahrestag des Mauerbaus einen Kranz beim Denkmal in der Elmshorner Schulstraße niederlegen.

„Diktatur und kommunistisches DDR-Unrechtsregime dürfen nicht vergessen werden“, sagt KWGP-Kreisvorsitzender Burghard Schalhorn. Der Mecklenburger weiß wovon er spricht. Er flüchtete 1961 einen Tag vor dem Mauerbau über Berlin aus der DDR. „Der 13. August 1961 war für Deutschland ein schwarzer Tag“, sagt er. Mehr als 800 Menschen ließen bis zur Maueröffnung 1989 an der innerdeutschen Grenze bei Versuchen, aus dem Unrechtsstaat zu fliehen, ihr Leben. „Daran wollen wir erinnern“, sagt Schalhorn. Denn zur Aufarbeitung der deutschen Geschichte gehöre nicht nur „das schlimme Kapitel des Nationalsozialismus, sondern auch SED-Diktatur“.

Seit 2014 hatte sich die KWGP intensiv bemüht, eine Gedenkstelle im Kreis Pinneberg einzurichten. Lediglich die CDU unterstütze das Vorhaben von Anfang an. Von den anderen Fraktionen gab es wenig Gegenliebe. Schalhorn ließ sich nicht ermutigen. Er fand einen Platz für den Gedenkstein – vor der Kreisberufsschule in Elmshorn. Die Schüler hatten sogar schon mit der Konzeption für eine Begleitausstellung begonnen. Und auch einen Sponsor, der die etwa 2500 Euro für den Stein übernehmen wollte, präsentierte die KWGP.

Es nützte nichts. Nachdem das Thema zirka eineinhalb Jahre immer wieder im Ausschuss behandelt worden war, lehnten Mitglieder der Fraktionen von SPD, Grünen und FDP das Gedenkstein-Projekt im Juni endgültig ab. „Das Verhalten ist eine Schande. Offensichtlich bedeuten die vielen Opfer des DDR-Regimes einigen meiner Kreistagskollegen nichts. Vielleicht ist es ihnen lieb, wenn die kommunistische Diktatur in Vergessenheit gerät“, sagt Schalhorn.

Doch da will die KWGP nicht mitmachen. Am 13. August wird sie von 11 Uhr an eine kleine Feierstunde am Denkmal in der Schulstraße veranstalten und einen Kranz niederlegen. „Das hat Bürgermeister Volker Hatje freundlicherweise genehmigt“, sagt Schalhorn. Der habe, im Gegensatz zu einigen Kreistagspolitikern zum Glück kein Problem damit, dass den an der Mauer ermordeten Menschen gedacht werde.

 

 

Das Ende der Berliner Mauer - eine Chronik

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erstellt am 10.Aug.2016 | 14:10 Uhr

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