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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:29 Uhr

Mit interaktiven Grafiken : Kriminalitätsstatistik 2015 - Rellingen im Visier der Einbrecher

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Revierleiter und die Ermittlungsdienstchefin legen die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015 vor. Raddiebstähle, Körperverletzungen und Rauschgiftdelikte.

Rellingen | Die gute Nachricht zu Beginn: Die registrierten Straftaten in 2015 für den Bereich Rellingen sind um 5,1 Prozent, für Halstenbek um 1,7 Prozent zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: In Rellingen ist die Zahl der Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche um 128,9 Prozent, in Halstenbek um 50,9 Prozent nach oben geschnellt.

Ortstermin im Polizeirevier Rellingen. Erster Polizeihauptkommissar Mike Schirdewahn und Eva-Maria Kälberloh, Polizeihauptkommissarin und Leiterin für den Bereich Ermittlungsdienst, blicken kritisch in die Unterlagen. Die Kriminalstatistik – das ist ein Wust an Zahlen. Doch die Bilanz spiegelt auch wider, was für ein bewegtes Jahr die etwa 75 Beamten vor Ort in drei Schichten hinter sich haben. „Auch wenn mit 558 registrierten Tagen in Rellingen der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre und in Halstenbek mit 895 Taten der zweitniedrigste Wert erreicht wurde“, so Polizeichef Schirdewahn, sei die Arbeit nicht weniger geworden. „Der Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit hat sich auf die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche verlagert.“ Und die hält die Beamten in Atem.

Mit der Konsequenz: Das Team des Rellinger Reviers hat laut Schirdewahn und Kälberloh seit Oktober 2015 vier Kollegen aus dem Streifendienst für die Sonderkommission (Soko) WED-Konzept – steht für Wohnungs-Einbruchs-Dienst – abgestellt. Mit Erfolg: „Das WED-Konzept wird bis in die Sommermonate verlängert“, betont Schirdewahn.

Der Polizeichef steht zu 100 Prozent hinter der Strategie. Der gesamte Hamburger Rand, sprich eben auch Rellingen und Halstenbek, leide unter der Einbruchsentwicklung: Mehr als 30 Prozent sind die Wohnungseinbrüche im Gesamtbereich gestiegen. „Das ist der höchste Stand der letzten acht Jahre“, so Kälberloh.

 

Die enge Kooperation mit der Hamburger Soko Castle liegt auf der Hand. Die Arbeit der Polizei wird auch an der Aufklärungsquote gemessen. Und da muss Schirdewahn eingestehen: „Die liegt in Rellingen bei 40,5 Prozent – 2014 bei 44 Prozent – und in Halstenbek bei 32,3 Prozent gegenüber dem Wert für 2014 von 33,8 Prozent.“ Es sei ein Problem, ein Phänomen, „dem sich viele andere Polizeidienststellen im Hamburger Rand, im gesamten Land und in anderen Bundesländern gegenübersehen“, sagt Schirdewahn nachdenklich. Und kündigt in gleichem Atemzug die Intensivierung von Präventionsveranstaltungen und Großkontrollen an.

 

Schirdewahn und Kälberloh wissen: Den Einbrechern ist nur das Handwerk zu legen, wenn die Bürger intensiv mit einbezogen werden. Sprich: „Die Bürger kennen ihre Wohnbereiche in der Regel am besten. Sie nehmen als erstes wahr, wenn sich Menschen auffällig in ihrem Bereich verhalten oder Fahrzeuge auffällig langsam vorbeifahren. Dann gilt es rasch zu reagieren und über die Rufnummer 110 die Polizei zu informieren“, rät Schirdewahn eindringlich.

Die Beamten des Reviers werden täglich – trotz der Belastung im Bereich Wohnungseinbrüche – auch mit anderen Delikten konfrontiert. Die Statistik besagt, dass die Zahl der Fahrraddiebstähle in Rellingen bei 31 in 2015 stagniert. Doch in Halstenbek wurden statt 126 in 2014 insgesamt 163 in 2015 gestohlen. Die Nähe zur S-Bahn dürfte da Pate für die Ursachensuche stehen. Auch im Bereich Körperverletzungen musste die Polizei öfter eingreifen. In Halstenbek stieg die Zahl von 46 auf 53, in Rellingen von 36 auf 47. Stolz sind Schirdewahn und Kälberloh auf die Aufklärungsquote: „Von den insgesamt 75 Rohheitsdelikten in Halstenbek und 66 in Rellingen entfallen knapp drei Viertel auf die Körperverletzungsdelikte. Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten ist hoch, sie liebt bei 89,3 Prozent in Halstenbek und 95,5 Prozent in Rellingen.“

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erstellt am 19.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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