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Pinneberger Tageblatt

27. September 2016 | 00:27 Uhr

Wachstum : Kreisweit werden 19.200 Wohnungen benötigt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

2030 gibt es im Kreis Pinneberg 11.800 Haushalte mehr. Kritik an Vorgehen des Landes.

Kreis Pinneberg | Etwa 308.000 Menschen leben derzeit im Kreis Pinneberg. Und es werden ständig mehr. Viel mehr. Diese Menschen brauchen Wohnungen. Deshalb soll in den kommenden Jahren kräftig gebaut werden. Die Landesregierung rechnet mit einem Bedarf von 19.200 Wohnungen bis 2030. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Bilsener CDU-Landtagsabgeordneten Peter Lehnert hervor.

Grundlage der Regierungs-Antwort ist die Bevölkerungs-Vorausberechnung des Statistikamts Nord. Demnach steigt die Zahl der Haushalte im Kreis Pinneberg bis 2030 um 11.800 an. Außerdem werden 4000 neue Wohnungen als Ersatz für abgerissene benötigt. Zusätzlich sollen im Kreisgebiet „als Mobilitäts- und Leerstandsreserve etwa 3000 neue Wohnungen entstehen, damit die Wohnungsmärkte besser funktionieren können“, so die Landesregierung.

Konkret bedeutet das: Es werden von 2015 bis 2030 19.200 neue Wohnungen benötigt. „Die Zahlen sind fundiert. So viel brauchen wir. Das wird eine gewisse Herausforderung sein“, sagt Tobias Kuckuck vom Fachdienst Bauen und Planen der Kreisverwaltung. Das Problem: Wo sollen die Wohnungen entstehen? Nach Vorstellung der Landesregierung in Kommunen, die zentrale Orte sind, überörtliche Versorgungsfunktion haben oder auf den Siedlungsachsen, also an Autobahnen oder Bahnstrecken liegen. Mit anderen Worten in erster Linie in den Städten oder großen Gemeinden wie Halstenbek und Rellingen. Diese Kommunen, so das Land, sollen sich „ohne quantitative Begrenzungen weiter entwickeln“. Lehnert hält dagegen: „Das ist gar nicht machbar. Sollen beispielsweise in Elmshorn 3000 neue Wohnungen gebaut werden? Dafür gibt es dort weder den Platz noch die Infrastruktur.“

Lehnert, der auch Bürgermeister von Bilsen ist, plädiert deshalb für mehr Wohnungsbau in kleineren Gemeinden. Diese Kommunen dürfen jedoch in einem festgelegten Zeitrahmen nur um maximal 15 Prozent wachsen. Das habe von 2010 bis 2015 keine Gemeinde im Kreis Pinneberg ausgeschöpft, so das Land. Für Lehnert nicht überraschend: Bilsen habe etwa 18 Bauplätze schaffen wollen. Das Land habe nur neun genehmigt. Das hätte die Erschließungskosten enorm in die Höhe getrieben. Bilsen habe dann komplett verzichtet. „Unter diesen Voraussetzungen ist es klar, dass die Gemeinden noch Spielraum haben“, sagt Lehnert.

Immerhin hat das Land angekündigt, zu prüfen, ob eine Änderung des „wohnbaulichen Entwicklungsrahmens“ für kleine Gemeinden nötig ist. „Das ist enorm wichtig. Der Siedlungsdruck in der Metropolregion ist groß,“ sagt Lehnert.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 14:00 Uhr

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