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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 21:36 Uhr

Nach dem Chaos : Kreis Pinneberg: Die Zeit der Integration beginnt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit der Regionalkonferenz geht die Arbeit des Kreises an einem Handlungskonzept zur Integration einen Schritt weiter.

Kreis Pinneberg | Die Zeit des Chaos’ ist weitgehend vorbei, jetzt beginnt die Zeit der Integration: So lässt sich das Ergebnis der ersten Regionalkonferenz Integration des Kreises Pinneberg zusammenfassen. Etwa 140 Teilnehmer – haupt- und ehrenamtliche Helfer sowie Vertreter der Politik, der Ministerien, vom Flüchtlingsrat des Landes sowie der Polizei – waren dazu im Kreishaus in Elmshorn zusammengekommen. Ihr Ziel: Die Grundlagen für ein Handlungskonzept Integration im Kreis Pinneberg zu entwickeln.

www.kreis-pinneberg.de: Wer zur Integrations-Landkarte gelangen will, muss zunächst in dem Fenster „Schnell zu“ auf das Feld „Flüchtlingskoordination“ klicken und dann auf das Feld „Netzwerkkarte“.

„Wir haben uns im vergangenen Jahr und auch noch in der ersten Hälfte 2016 die meiste Zeit in einem Akut-Modus befunden“, sagt Birgit Köhnke, Leiterin der Stabstelle Flüchtlingskoordination des Kreises Pinneberg. Es sei vor allem darum gegangen, die Menschen „aufzunehmen und mit dem Nötigsten zu versorgen“. Mit den deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen habe sich der Schwerpunkt der Arbeit sowohl von Flüchtlingshelfern als auch der Verwaltung verändert. Kamen im Dezember 2015 noch 692 Schutzsuchende neu in den Kreis Pinneberg, waren es im folgenden Monat Januar 296 und im Juni sank die Zahl auf 45. Köhnke: „Jetzt allmählich wechseln wir in die Phase der Integration. Da braucht es einen guten Plan.“

Die Regionalkonferenz ist ein Teil des Flüchtlingspakts des Landes Schleswig-Holstein, der am 1. Juni des vergangenen Jahres in Kraft getreten war. Teil dieses Pakets war nicht nur die Einrichtung von Koordinierungsstellen in den jeweiligen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes. Eingefordert wurde auch die Erstellung eines Handlungskonzepts zur Integration. Einen Teil dieses Konzepts hat der Kreis Pinneberg bereits gestartet: Im Internet befindet sich eine Integrations-Landkarte, bei der unterschiedliche Einrichtungen und Angebote aus diesem Bereich gesammelt und auf einer Karte des Kreises markiert werden.

Um laut Kreisverwaltung „möglichst vielfältigen Input“ für das weitere Handlungskonzept zu bekommen, hat die Flüchtlingskoordination in Kooperation mit dem Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein daher am Wochenende die erste „Regionalkonferenz Integration“ im Kreishaus ausgerichtet. „Als besondere Herausforderungen wurden unverändert die Optimierung der Sprachförderung für die Neuzugewanderten und die Frage der künftigen Wohnansiedlung identifiziert. Letztlich bestand Einigkeit darüber, dass Integration ein längerfristiger Prozess ist, den es gemeinsam zu gestalten gilt“, resümierte Kreissprecher Oliver Carstens.

Nach der Schaffung von Strukturen gegen das Chaos stehe nun, so Carstens, die „nächste, deutlich größere Herausforderung, bereits vor der Tür“: „Nämlich die Grundlagen zu schaffen für eine gelingende Integration der Geflüchteten; in einem wechselseitigen Prozess ihre Einbindung und Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenleben zu ermöglichen.“ Die Integration sei ein Prozess, der gerade erst begonnen habe, ergänzt Flüchtlingskoordinatorin Köhnke: „Je nachdem welche Voraussetzung die Menschen haben – welche Ressourcen die Geflüchteten mitbringen – reden wir da von Zeiträumen zwischen zwei und zehn Jahren.“

Forderung von Ernst Dieter Rossmann

„5000 Lehrer fehlen“: Der Elmshorner Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) macht Druck.
„5000 Lehrer fehlen“: Der Elmshorner Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) macht Druck. Foto: cpe

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Ernst Dieter Rossmann aus Elmshorn fordert, den Zugang zu Integrationskursen zu erleichtern und auszuweiten. „Selbst bei einer Rückkehr in das Heimatland können Deutschkenntnisse und berufliche Kompetenzen nur von Vorteil sein, und zwar für die Betroffenen und für den Herkunftsstaat“, sagte Rossmann mit Blick auf eine nachhaltige Migrations- und Integrationspolitik. Spätestens wenn Asylsuchende auf die Kommunen verteilt würden, müssten auch Menschen mit sogenannter schlechter Bleibeperspektive Zugang zu Sprache, Ausbildung und Arbeit erhalten, sofern keine Aussicht auf eine wirklich sehr schnelle Rückkehr in die Heimat besteht. Rossmann sieht andernfalls „verschleuderte Zeit für die betroffenen Menschen“ und „ungenutzte Chancen für Deutschland und die wirtschaftliche Entwicklung im Heimatland“, wenn es aus grundsätzlichen Erwägungen keine sprachlichen Bildungsmöglichkeiten und Zugänge zu beruflicher Bildung gibt.

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