zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Umstellung : Kosten für doppelte Buchführung steigen erneut

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eröffnungsbilanz und Jahresabschlüsse: Zeitaufwand deutlich höher als geplant. Politiker sauer über höhere Ausgaben.

Hasloh | Die Erstellung der Eröffnungsbilanz sowie die der Jahresabschlüsse für die Jahre 2009 bis 2012 rauben den Hasloher Gemeindevertretern weiterhin den Schlaf. Für die Bearbeitung wurde die Firma Petersen + Co. (PCO) engagiert. Im Haushalt 2016 wurden erneut Mittel in Höhe von 17.100 Euro eingeplant.

Doch das reicht offenbar nicht aus: Wie sich während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung herausstellte, ist der Arbeitsaufwand deutlich höher als geplant. „Im Zuge der Schlussrechnung für das Jahr 2016 werden zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 29.557,82 Euro im Rahmen einer überplanmäßigen Ausgabe benötigt“, hieß es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Der Planansatz sei bereits in voller Höhe ausgeschöpft.

Für viele Gemeindevertreter ist das ein herber Schock. „Ich bin doch sehr über die Höhe der überplanmäßigen Ausgaben verwundert“, sagte Anne Worthmann (CDU). Insbesondere stelle sie sich die Frage, wie so etwas passieren könne, obwohl die Firma sich so intensiv mit der Materie befasse. „Wie kann es dann zu einem solchen Ausreißer kommen?“ Diese Frage stellte sie direkt an Sabine Dornis, Fachbereichsleiterin für Finanzen aus dem Quickborner Rathaus.

„Die Firma hat von Anfang an klargestellt, dass ihre Kostenschätzung nur sehr grob ist. Es war eine Minimallösung, die uns vorgestellt wurde und die lediglich der groben Orientierung diente“, erklärte Dornis. Es sei ein erheblicher Mehraufwand geleistet worden als vorher gedacht. „Für einen Abschluss wurden durchschnittlich dreieinhalb Tage eingeplant, die Firma hat dafür jedoch siebeneinhalb Tage benötigt“, zählte die Fachbereichsleiterin weiter auf.

Manuelle Erstellung der Jahresabschlussunterlagen

Eine weitere Schwierigkeit sei die manuelle Erstellung der Jahresabschlussunterlagen gewesen. „Es mussten Sachverhalte geklärt werden, die vorher nicht in diesem Umfang abzusehen waren“, so Dornis. Der derzeitige Stand der Dinge sei, dass Ende des Jahres alle vier Jahresabschlüsse fertig seien. „Das ist für die Gemeinde ein großer Schritt“, betonte sie.

Für die Hasloher Politiker ist das Ergebnis jedoch nicht zufriedenstellend. Besonders Kay Löhr (FDP) konnte nicht nachvollziehen, dass die Gemeindevertreter nicht im Laufe des Jahres über die überplanmäßigen Ausgaben benachrichtigt wurden. „Wer hat zugelassen, dass PCO weiterarbeitet, obwohl das bereitgestellte Geld aufgebraucht war?“ Woraufhin Dornis entgegnete: „Wir hätten ein Signal geben müssen, da stimme ich Ihnen vollkommen zu“, sagte sie an Löhr gerichtet.

„Es stellt sich die Frage nach der Seriosität und der Kompetenz von PCO“, sagte Löhr, der einen überschaubarern Rahmen vermisste. Sein Fazit: „Ich fühle mich verarscht.“ Auch Dagmar Steiner war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. „Die Kalkulation ist im Vorfeld unterpreisig erfolgt. Es ist ein bitterer Beigeschmack da, dass ein zu günstiger Preis im Gespräch war“, sagte Steiner. „Das Ganze ist sehr unbefriedigend für uns. Es bedeutet jedoch auch, dass wir das als Gemeinde nun einmal zu schlucken haben. Da kommen wir nicht drum herum“, sagte Horst Rühle (CDU).

Die Gemeindevertreter sollten nun die überplanmäßige Aufwendung beschließen. Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) fiel eine Entscheidung schwer: „Wenn es bereits zum wiederholten Male passiert, ist das nur schwer zu verarbeiten und es fällt schwer dem zuzustimmen.“ Am Ende stimmten alle Mitglieder dafür, der überplanmäßigen Aufwendung zwar zuzustimmen, jedoch soll lediglich der Betrag für die Leistungen an die Firma gezahlt werden, die in diesem Jahr bis jetzt erbracht wurden. „Die Leistungen, die noch in diesem Jahr anfallen, zahlen wir dann später“, sagte Brummund.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Nov.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen