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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Nachwuchs : Kleine Hoffnung für Hof Wiedwisch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Alpaka-Baby Hope kam als Frühchen zur Welt. Nun wird es in Kummerfeld im Wohnhaus aufgezogen.

Kummerfeld | Sie ist zwar erst gute zwei Wochen alt, dafür tobt „Hope“ (zu deutsch: Hoffnung) schon jetzt wie eine Große über den Hof Wiedwisch in Kummerfeld. Immer dabei: Der blaue, wärmende Pulli mit weißen Schneeflocken. Das Alpaka-Baby kam als Frühchen zur Welt, berichtet Hofbetreiber Carl Rusch. „Normalerweise werden Alpakas morgens und im Sonnenschein geboren. Das rührt aus ihrem Ursprung aus den Anden her. Hope hingegen kam abends und bei Kälte zur Welt“, erläutert er das Drama um Hopes Geburt.

Durch das abendliche Gebären und die kalten Tage war das Alpaka-Baby völlig unterkühlt. „Ich habe selbst ganz kalte Hände bekommen, als ich sie abends gegen sechs Uhr auf der Wiese gefunden habe“, berichtet der Hofbetreiber. Anfangs habe die Mutter noch versucht, sich um das Fohlen zu kümmern, war dann aber selbst zu schwach, ergänzt er.

Die Familie auf dem Hof nahm das Jungtier in die Wohnung, um es aufzupäppeln. „Anfangs haben wir Hope zwei Stunden lang vor dem Ofen liegend mit Wärmelampe und Föhn versucht, aufzuwärmen“, erläutert Marijke Schröder, Mitarbeiterin auf Hof Wiedwisch. Mitterweile sei sie die „Ziehmutter“ und kümmere sich sehr gut um ihren Schützling Hope, sagt Dörte Wendorff-Rusch, ebenfalls Hofleiterin.

Anschließend habe sich die Familie entschieden, das Alpaka erstmal im Haus aufzuziehen – und alle helfen mit: So passt Hund „Krümel“ auf das Frühchen auf und macht es immer wieder sauber, sagt die Leiterin. Anfangs habe man Hope noch alle drei Stunden mit der Flasche versorgen müssen, schließlich habe sie mit ihren vier Kilo nur halb so viel gewogen, wie ein normales Fohlen, erläutert Rusch. „Doch mittlerweile ist sie topfit“, bilanziert er. Darüber hinaus hätte sie großen Durst, wenn sie gefüttert werde, berichtet Ziehmutter Schröder. „Hunger ist schließlich der beste Koch“, sagt sie scherzhaft.

Neugierige Blicke: Noch darf Hope nicht mit zur Herde, weil das Fohlen noch zu klein ist.
Neugierige Blicke: Noch darf Hope nicht mit zur Herde, weil das Fohlen noch zu klein ist. Foto: Marciniak
 

Im Moment hat Hope noch sehr dünne Wolle, weshalb sie stets mit ihrem Pullover herumlaufen muss, um nicht auszukühlen, sagt Rusch. Nachts bleibt das Fohlen daher auch im Wohnzimmer. „Dort hat unser Alpaka-Baby ein eigenes Laufgehege“, ergänzt der Hofleiter. Morgens und tagsüber geht es dann für das heranwachsende Alpaka raus auf den Hof.

„Wir haben uns als Ziel gesetzt, Hope im nächsten Jahr wieder in die Herde zu integrieren“, sagt Hofleiter Rusch mit dem Blick auf die kommenden Pläne im Umgang mit dem Jungtier. Über den Winter werde es noch mit im Haus leben und von der Familie und den Mitarbeitern betreut. Allerdings sei die Integration keine Herausforderung, betont Rusch. „Schließlich sprechen alle Alpakas die gleiche Sprache“, so der Leiter.

Darüber hinaus habe der Hof schon ähnliche Erfahrungen gemacht: „Wir hatten schon mehrmals den Fall, dass wir Jungtiere mit der Flasche großziehen mussten. Die konnten wir auch immer in die Herde integrieren. Aber so ein Drama wie bei Hope hatten wir noch nie“, sagt Rusch. Das Alpaka-Frühchen ist das zehnte Fohlen auf dem Hof Wiedwisch in diesem Jahr – und es wird auch das letzte sein. „Die nächsten Geburten stehen erst wieder im Mai 2017 an“, sagt Rusch.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 14:00 Uhr

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