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Pinneberger Tageblatt

17. April 2014 | 14:39 Uhr

Fusion vom Tisch - Klares Nein aus Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Während in Uetersen 56 Prozent der Bürger einen Zusammenschluss befürworten, votieren 86 Prozent in der Nachbarkommune dagegen.

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Das war’s. Die Fusion zwischen Tornesch und Uetersen ist gescheitert. In Tornesch stimmten 86 Prozent gegen einen Zusammenschluss beider Städte. In Uetersen zeigte sich ein anderes Bild: 56,9 Prozent wollten, dass es in Zukunft nur noch eine Stadt gibt. Hoch war in beiden Städten die Wahlbeteiligung: In Tornesch beteiligten sich 76,9 Prozent am Bürgerentscheid, in Uetersen 64,8 Prozent.

Große Freude herrschte nach den ersten Zahlen bei der Tornescher SPD. „Die Tornescher haben eine klare Ansage gemacht. Sie wollen weiter eigenständig bleiben“, sagte Fraktionschefin Verena Fischer-Neumann im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Ergebnis decke sich zum größten Teil mit den Erwartungen der Sozialdemokraten, auch wenn die Quote von mehr als 85 Prozent gegen die Fusion schon überrasche. „Wir sind froh, dass das Thema jetzt endlich vom Tisch ist. Wichtig war uns, dass nicht die Politik über die Fusion entscheidet, sondern die Bürger das Votum abgegeben haben.“

Überrascht von der Höhe der Ablehnung war Torneschs CDU-Fraktionschef Christopher Radon. „Es ist eine vertane Chance für Tornesch, ich bedaure sehr, dass die Menschen die Chancen einer möglichen Fusion nicht gesehen haben.“ Radon stellte fest, dass es nicht gelungen ist, die Menschen für die Idee zu begeistern. „Vielleicht hätten sich die Fusionsbefürworter zusammentun müssen, um die Menschen zu erreichen. Das Ergebnis ist deutlicher, als ich es erwartet habe.“ Bei Sabine Werner, der Vorsitzenden des gemeinsamen FDP Ortsverbandes Tornesch-Uetersen, überwog die Enttäuschung über das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl. „Wir waren von Beginn an eher leidenschaftslos, was eine Fusion betrifft. Die Bürger haben entschieden, also werden wir jetzt in ihrem Sinne Politik machen.“

Auch Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) sprach von einer versäumten Chance für seine Stadt: „Die Bürger werden erst in ein paar Jahren merken, was sie heute mit der Entscheidung gegen eine Fusion vergeben haben.“ Er verglich die Chancen der Fusion mit dem „Nein“ von Uetersen vor einigen Jahren zum Bahnanschluss. „Morgen und nächstes Jahr werden sie noch nichts merken.“ Trotzdem werde Tornesch weiterleben, so Krügel.

Enttäuschung über Entscheidung überwiegt

Für die 20-jährige Kim Zwicker, die in Tornesch geboren wurde und erst seit zwei Wochen wieder zurück in ihrer Heimatstadt ist, ist die Entscheidung folgerichtig: „Man hatte bei allen Gesprächen und Informationen das Gefühl, dass sich eine Fusion nur für die Uetersener rechnen werde.“ Sie sagte, ein Zusammenschluss hätte nur Erfolg gehabt, wenn es gelungen wäre, die Vorteile einer gemeinsamen Stadt deutlich zu machen. „Es bringt nichts, wenn nur Tornesch mit guten Standortfaktoren glänzen kann, in Uetersen hingegen alles schlecht geredet wird.“

Stella Simonsen (20) bedauert eher die Entscheidung gegen eine Fusion: „Es wäre spannend gewesen, was aus einer gemeinsamen Stadt geworden wäre, auch wenn es viele junge Menschen zunächst eher weniger betrifft, weil die meisten wegen des Studiums wieder wegziehen.“ Für sie sei es schade, dass man in Tornesch eher die Nachteile anstatt der Vorteile gesehen hat. Für Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD), die die Auszählung im Uetersener Rathaus verfolgte, gilt es nun, die Scherben zusammen zu kehren: „Ich werde das Gespräch mit Roland Krügel suchen. Wir müssen gemeinsam sehen, ob und wie wir ohne Fusion zusammenarbeiten können.“ Im Großen und Ganzen sei sie froh, dass es nun eine Entscheidung gibt: „Das waren zwei harte Jahre. Vor allem auch für die Verwaltungen beider Städte, denen ich für die geleistete Arbeite danke.“

Uetersens CDU-Fraktionschef Andreas Stief sagte: „Es ist schade für Uetersen und die Region, dass diese große Chance nicht genutzt wurde. Wir haben mit unserer Positionierung Pro-Fusion eine Mehrheit erreicht.“

Karte

von carstenso
erstellt am 23.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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01. | Lost in Glückstadt | 23.09.2013 | 23:26 Uhr
Wen wunderts?

Bin selbst ehemaliger Uetersener und weiß daher aus Erfahrung, dass man dort noch nie vernünftig mit dem Geld umgehen konnte, vor allem die aSozialdemokraten - und das rächt sich jetzt!

02. | holger stoss | 23.09.2013 | 18:37 Uhr
Bereut wird sicher etwas anderes.

Kein vernünftiger Mensch baut ein neues Haus ohne Fundament und solide Finanzierung, wie entsprechende Planung der wirklich gebrauchten Handwerker.
Hier sollte es jedoch auf nette(n) Verspreche(r)n des Tornescher Bürgermeisters durch gewunken werden, ohne das irgendein Betroffener wusste was und wie gebaut werden sollte, geschweige denn wie das neue Haus aussieht, nur die Zahl der Handwerker wurde festgeschrieben.
Wie bei einer schlechten Finanzierung, keine versprochene Hochzeitsprämie, kein Mittelzentrum, alles Seifenblasen, Brandschutz nicht geklärt usw. .

Nein bereuen werden Politik und andere irgendwann einmal keine eigene Vision entwickelt zu haben und nur blind einem Guru gefolgt zu sein, weil es doch so einfach war!
Leider werden letztlich die Bürger die Suppe auslöffeln sei es ein scheitern des Sportzentrums, oder die Verkehrsprobleme dessen , wie auch dem Neubaugebiet und durch Bebauung des Friedlandstadions.
Ein BBG gegen diese würde sicher ausgehen, wie die in Barmstedt gegen die Bebauung der Lillsche Wiese.
Derjenige, der es ins rollen brachte ist dann in sicherer Pension und der Rest auch nicht haftbar, leider.
Eine Fusion könnte gut sein, jedoch nicht wie nun vorgestellt war, dazu gehört mehr um solide zu sein, in Magierkreisen nennt man das vorgestellte kaschieren.

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