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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2014 | 11:43 Uhr

Fusion vom Tisch : Klares Nein aus Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Während in Uetersen 56 Prozent der Bürger einen Zusammenschluss befürworten, votieren 86 Prozent in der Nachbarkommune dagegen.

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Das war’s. Die Fusion zwischen Tornesch und Uetersen ist gescheitert. In Tornesch stimmten 86 Prozent gegen einen Zusammenschluss beider Städte. In Uetersen zeigte sich ein anderes Bild: 56,9 Prozent wollten, dass es in Zukunft nur noch eine Stadt gibt. Hoch war in beiden Städten die Wahlbeteiligung: In Tornesch beteiligten sich 76,9 Prozent am Bürgerentscheid, in Uetersen 64,8 Prozent.

Große Freude herrschte nach den ersten Zahlen bei der Tornescher SPD. „Die Tornescher haben eine klare Ansage gemacht. Sie wollen weiter eigenständig bleiben“, sagte Fraktionschefin Verena Fischer-Neumann im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Ergebnis decke sich zum größten Teil mit den Erwartungen der Sozialdemokraten, auch wenn die Quote von mehr als 85 Prozent gegen die Fusion schon überrasche. „Wir sind froh, dass das Thema jetzt endlich vom Tisch ist. Wichtig war uns, dass nicht die Politik über die Fusion entscheidet, sondern die Bürger das Votum abgegeben haben.“

Überrascht von der Höhe der Ablehnung war Torneschs CDU-Fraktionschef Christopher Radon. „Es ist eine vertane Chance für Tornesch, ich bedaure sehr, dass die Menschen die Chancen einer möglichen Fusion nicht gesehen haben.“ Radon stellte fest, dass es nicht gelungen ist, die Menschen für die Idee zu begeistern. „Vielleicht hätten sich die Fusionsbefürworter zusammentun müssen, um die Menschen zu erreichen. Das Ergebnis ist deutlicher, als ich es erwartet habe.“ Bei Sabine Werner, der Vorsitzenden des gemeinsamen FDP Ortsverbandes Tornesch-Uetersen, überwog die Enttäuschung über das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl. „Wir waren von Beginn an eher leidenschaftslos, was eine Fusion betrifft. Die Bürger haben entschieden, also werden wir jetzt in ihrem Sinne Politik machen.“

Auch Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) sprach von einer versäumten Chance für seine Stadt: „Die Bürger werden erst in ein paar Jahren merken, was sie heute mit der Entscheidung gegen eine Fusion vergeben haben.“ Er verglich die Chancen der Fusion mit dem „Nein“ von Uetersen vor einigen Jahren zum Bahnanschluss. „Morgen und nächstes Jahr werden sie noch nichts merken.“ Trotzdem werde Tornesch weiterleben, so Krügel.

Enttäuschung über Entscheidung überwiegt

Für die 20-jährige Kim Zwicker, die in Tornesch geboren wurde und erst seit zwei Wochen wieder zurück in ihrer Heimatstadt ist, ist die Entscheidung folgerichtig: „Man hatte bei allen Gesprächen und Informationen das Gefühl, dass sich eine Fusion nur für die Uetersener rechnen werde.“ Sie sagte, ein Zusammenschluss hätte nur Erfolg gehabt, wenn es gelungen wäre, die Vorteile einer gemeinsamen Stadt deutlich zu machen. „Es bringt nichts, wenn nur Tornesch mit guten Standortfaktoren glänzen kann, in Uetersen hingegen alles schlecht geredet wird.“

Stella Simonsen (20) bedauert eher die Entscheidung gegen eine Fusion: „Es wäre spannend gewesen, was aus einer gemeinsamen Stadt geworden wäre, auch wenn es viele junge Menschen zunächst eher weniger betrifft, weil die meisten wegen des Studiums wieder wegziehen.“ Für sie sei es schade, dass man in Tornesch eher die Nachteile anstatt der Vorteile gesehen hat. Für Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD), die die Auszählung im Uetersener Rathaus verfolgte, gilt es nun, die Scherben zusammen zu kehren: „Ich werde das Gespräch mit Roland Krügel suchen. Wir müssen gemeinsam sehen, ob und wie wir ohne Fusion zusammenarbeiten können.“ Im Großen und Ganzen sei sie froh, dass es nun eine Entscheidung gibt: „Das waren zwei harte Jahre. Vor allem auch für die Verwaltungen beider Städte, denen ich für die geleistete Arbeite danke.“

Uetersens CDU-Fraktionschef Andreas Stief sagte: „Es ist schade für Uetersen und die Region, dass diese große Chance nicht genutzt wurde. Wir haben mit unserer Positionierung Pro-Fusion eine Mehrheit erreicht.“

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erstellt am 23.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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