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Pinneberger Tageblatt

29. März 2017 | 11:29 Uhr

Kita-Anbau wird deutlich teurer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erweiterung Lebenshilfe beziffert Gesamtkosten mit 590 000 statt 328 000 Euro / Städtischer Anteil verfünffacht sich

Die Politiker im Bildungsausschus der Stadt Wedel werden in ihrer morgigen Sitzung eine Suppe auslöffeln müssen, die ihnen gar nicht schmecken dürfte. Der städtische Anteil für die Erweiterung der Lebenshilfe-Kita an der Bekstraße steigt von etwa 62  000 auf 324  000 Euro – das mehr als Fünffache. Eingebrockt hat diese Suppe die Lebenshilfe im Kreis Pinneberg. Sie ist Trägerin der Kita.

Die Kita braucht dringend mehr Platz. Bereits jetzt werden etliche Kinder in Provisorien betreut, unter anderem im TSV-Sportheim. Mit dem Anbau entstehen 15 neue Plätze. Die Gruppe aus dem Sportheim soll wieder in die Kita integriert werden. Das Konzept inklusive Baukostenzuschuss von etwa 62  000 Euro hatte der Bildungsausschuss bereits im Februar 2016 bewilligt.

Nun hat die Lebenshilfe der Stadt Wedel einen dreiseitigen Brief geschickt. Darin korrigiert sie ihre Kalkulation. Für eine Berechnung der realen Gesamtkosten hätte die Fachplanung für Brandschutz, Elektro- und Sanitärarbeiten vorher beauftragt und durchgeführt werden müssen. „Aufgrund der Fristen für die Beantragung der Zuschüsse für den Bau 2016 und die für die Bearbeitung des Antrags zu erstellenden Bauordner ist diese Vorplanung aus Unkenntnis und mangelnder Information nicht geschehen. Dafür können wir uns nur entschuldigen“, heißt es in dem Schreiben der Lebenshilfe.

Die Gesamtkosten steigen damit von 328  000 auf 590  000 Euro. Der Anteil Wedels steigt von 62  000 auf 324  000 Euro. Der Ausschuss müsste dem Stadtrat also morgen Abend empfehlen, zusätzlich 262000 Euro lockerzumachen.

Der Lebenshilfe scheint klar zu sein, in welche politische Bedrängnis sie die Stadt und ihre Politiker bringt. „Wir wissen, dass Sie über das Bauvorhaben neu abstimmen müssen, und sind über die notwendige Nachforderung selbst so erschrocken, dass wir vorschlagen, gemeinsam zu einer Entscheidung zu kommen, ob das Projekt fortgesetzt werden soll“, heißt es in dem Brief, unterschrieben von Helga Kell-Rossmann, bei der Lebenshilfe für Kitas zuständig. Der Fehler liege darin, dass das Projekt mindestens ein Jahr Vorlaufzeit für die Planungen benötigt hätte. Dafür hätten Planungsmittel bereitgestellt werden müssen, die nun in der Gesamtkostenkalkulation enthalten seien. „An der Höhe der Kosten hätte sich nichts geändert, aber über die Höhe hätte vor der Beschlussfassung Klarheit bestanden“, so die Erläuterung in dem Schreiben. Doch sollten die Bauarbeiten nicht zügig begonnen werden, bestehe die Gefahr, dass der Kreis Pinneberg seine Zusage über Fördergeld wieder zurückziehe. Die Stadt Wedel hat nun eine neue Beschlussvorlage vorbereitet. In ihr wird sogar hinterfragt, ob es bei Kostentransparenz jemals einen positiven Beschluss für das Projekt gegeben hätten. „Die unzulängliche Planung hat mit erheblicher Verspätung zur tatsächlichen Kostenaufstellung für das Projekt geführt. Das ist ausgesprochen ärgerlich, und es stellt sich die Frage, ob es einen politischen Beschluss im Februar 2016 gegeben hätte, wenn die tatsächlichen Kosten seinerzeit
bekannt gewesen wären.“

Dabei gibt es Sicht der Stadtverwaltung keine Alternative. „Es ist nicht möglich, auf die Plätze zu verzichten, wenn die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Platz und die Kitabedarfsplanung des Kreises beachten will. Das Kita-Kuratorium hat jedenfalls empfohlen, die Maßnahme durchzuführen und die zusätzlichen Mittel bereitzustellen. Das ist aus Sicht der Verwaltung richtig“, heißt es dazu in der Vorlage. Es gehe um 35 Kita-Plätze, die nicht aufgegeben werden sollten: 15 neue und 20 Bestandsplätze, die nun dauerhaft gesichert werden könnten.

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport tagt am Mittwoch, 8. März, um 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses, Rathausplatz 3  -  5. Die Sitzung ist öffentlich.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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