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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 09:10 Uhr

Von Halstenbek an die Nordsee : Kisten packen für Bremerhaven

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach zwölf Jahren verlässt Ressortleiterin Maria Belén Gaudioso Simón die Einrichtung. Sie hat den Schwerpunkt Integration mit aufgebaut.

Halstenbek | Sie ist die „Ansprechpartnerin Sprachen und Kultur bei der Volkshochschule Halstenbek“: Maria Belén Gaudioso Simón. Sie hat den Überblick über laut VHS–Homepage aktuell 41 Kursusangebote im Bereich „Sprachen & Verständigung“. Die gebürtige Spanierin und leidenschaftliche Hamburg-Fan hat zudem mit dem Schwerpunkt Integrationskurse seit 2005 – als eine der ersten VHS-Einrichtungen in Schleswig-Holstein – Spuren hinterlassen. Damit ist jetzt Schluss: Am Freitag räumt die zweifache Mutter, die vor 20 Jahren als 22-Jährige nach Hamburg kam, ihren Schreibtisch in der Schulstraße 9. Aus persönlichen Gründen. Bremerhavenwird der neue Lebensmittelpunkt für Gaudioso Simón und ihre Familie.

Gestern Morgen hieß es: Bilanz ziehen. Mit am Tisch: VHS-Leiterin Beate Lorkowski. Und Sara Grafschafter. Die 29-jährige Germanistin und Skandinavistin wird sich gemeinsam mit Julia Frels – zurzeit noch im Bereich Offene Ganztagsschule an der Schule an der Bek – die Stelle von Gaudioso Simón teilen.

Von Halstenbek mit etwa 17.100 Einwohnern nach Bremerhaven mit etwa fast 110.000 Seestädtern. Vom Beschaulichen Baumschulenort mit Elbnähe direkt an die Nordseeküste: „Das war eine schwere Entscheidung.“ Das gibt die Sprachen-Virtuosin zu. Doch auch an ihrem neuen Lebensmittelpunkt an der Nordsee gibt es keine Atempause: „An der dortigen VHS werde ich im Bereich ‚Pädagogische Arbeit für Flüchtlinge und Migration‘ arbeiten.“

In ein schwarzes Loch fällt Gaudioso Simón somit nicht. Nicht ihr Temperament. Und sie weiß: Mit Grafschafter und Frels übergibt sie ihr Ressort in gute Hände. Integrationskurse, Sprachen, DaZ-Klassen, sprich Deutsch als Zweitsprache, Unterricht und Kultur – das Duo kann Verantwortung.

Die Form der Weiter- und Fortbildung hat sich aus Sicht von Gaudioso Simón und Lorkowski, ihrer Noch–Chefin bis Freitag, in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. „2005 hatten wir nur 16 Teilnehmer an Integrationskursen. Aktuell bieten wir täglich fünf Kurse mit insgesamt 100 Migranten an“, geben beide ein Spiegelbild dessen wider, welche gesellschaftliche Aufgabe die VHS Halstenbek übernimmt.

Doch die Institution VHS muss kämpfen. „Vom Bund bekommen wir nicht die Unterstützung, die wir brauchen“, sagt eine nachdenkliche VHS-Leiterin. Auf Dauer die Kosten aus Kursus-Gebühren abzudecken – die Rechnung gehe nicht auf. Jetzt hofft Lorkowski, dass Nachverhandlungen der Verantwortlichen zwischen Bund und VHS-Spitze erfolgreich sind.

Maria Belén Gaudioso Simón kennt diese Rechenexempel. Die dürften auch den Alltag an der VHS Bremerhaven bestimmen. Doch jetzt heißt es erstmal: Kisten packen. Die Nordsee wartet.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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