zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Kirchenmusiknacht: Genuss zur späten Stunde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einige blieben die ganze Nacht. Andere genossen eines der Konzerte, um sodann auf leisen Sohlen wieder zu verschwinden. Die Musizierenden haben für ein beeindruckendes Erlebnis während der Kirchenmusiknacht in Halstenbek gesorgt. Etwa 90 Menschen schauten vorbei. Kirchenmusiker Stefan Rasch rief das Konzert ins Leben und veranstaltete es bereits zum vierten Mal.

Sein Publikum faszinierte er, indem er demonstrierte, diverse Instrumente perfekt zu beherrschen. Dazu gehörten Orgel, Cembalo und Posaune. Er brillierte beim Programmpunkt „Barocke Kammermusik“ als Organist wie Cembalist. Mit ihm musizierten die Flötistinnen Nóra Kiszty und Anabel Röser wie Anja Engelberg an der Violone. Stücke von Riccio, Marini, Iburg, Telemann und Cima entführten das Publikum vor allem ins 16., aber auch ins 19. Jahrhundert.

Claas Harders und Silke Strauf verzauberten die Musikinteressierten mit der Goldberg-Variation von Johann Sebastian Bach. Die Reisen in in die klangvollen Welten des 16. und 17. Jahrhunderts kamen beim Publikum gut an. „Es ist fantastisch, was hier geboten wird“, so Andreas Schnapauff aus Halstenbek. Die ursprüngliche Goldberg-Version schrieb Bach ausschließlich für Cembalo. Doch die Musizierenden bearbeiteten das Stück für zwei Gamben.

Weitere Programmpunkte rundeten das Konzert ab – und ließen es wie einen kunstvoll einstudierten Gang durch die Musikgeschichte erscheinen. Dazu trugen die Blechbläser Halstenbek unter Leitung von Georg Neuhaus bei. Sie spielten Vivaldi, traditionelle Lieder und Melodien aus Muscials.

Mit der stimmungsvollen Bachkantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ von Johann Sebastian Bach wählte sich der Kammerchor keine leichte Kost. Besucher bezeichneten die Chor-Interpretation unter Raschs Leitung als Meisterstück.

Doch auch Kirchenmusikerin Hye-Yean Ko präsentierte sich mit der Kantorei Krupunder von der besten Seite. Sie zeigten sich musikalisch breit aufgestellt. Mit Stücken wie „Shout to the Lord“ von Darlene Zschech und „Jerusalem“ von Mendelssohn erhielten sie viele Beifallsbekundungen. Bewegend auch der Vortrag „Vo, pensiero“ aus der Oper Nabucco.

Sopranistin Henrike Puskeppel und Stefan Rasch beeindruckten mit Stücken von Copland und Mendelssohn. Die jugendlichen Sänger von aChoir sorgten für Pepp zur späten Stunde, präsentierten Popmusik und afrikanisches Liedgut. Mit nostalgischer Zirkusmusik von der Orgel endete das Konzert. Auch wenn Rasch sich über mindestens doppelt so viele Besucher gefreut hätte, honorierte ihn das Publikum mit reichlichem und verdienten Applaus.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2016 | 13:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen