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Rellingen : Kantor Oliver Schmidt dirigiert Mozarts „Große Messe“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Konkurrierendes Klangspektakel mit Spielmannszug.

Rellingen | Kantor Oliver Schmidt hatte zum großen Konzertabend geladen und die Fans strömten – dem Apfelfest zum Trotz. Musiker der Sinfonietta Lübeck, die Rellinger Kantorei sowie die Solisten Ulrike Meyer (Sopran), Charlotte Reese (Sopran), Florian Wellner (Tenor) und Keno Brandt (Bass) präsentierten ein Programm mit Mozarts unvollendet gebliebener „Großen Messe“ in c-Moll KV 427 als Herzstück. Dazu gesellte sich seine beliebte „Vierzigste“, die Sinfonie in g-Moll KV 550.

Schon der berühmte erste Satz zeigte die Musiker von ihrer besten Seite mit einem dominanten, fließenden Streicherklang. Schmidt, der geradezu im Takt hüpfte, ging unterdessen am Dirigierpult voll in seinem Element auf.

Ein interessantes Klangspektakel bot sich zu den ersten Klängen der Messe: Parallel dazu marschierte der Spielmannszug der Laternenkinder vom Apfelfest draußen vorbei und bildete mit den sanften Streicherakkorden ein polyrhythmisches Gebilde, bis der Einsatz der Hörner ihn übertönte. Was dann folgte, war pure Dramatik: Der polyphon verwobene Kyrie-Einsatz des Chores präsentierte monumentale Klangkraft, die sich in der Messe fortwähren mit der typischen Mozartschen Leichtigkeit abwechselt. Diese war vor allem in den mit schwierigen Koloraturen gespickten Soli zu hören. Während die Kantorei eindrucksvoll ihre gute Stimmführung unter Beweis stellte, glänzten insbesondere die beiden Soprane mit ihren Koloratur-Arien: Obwohl Meyer und Reese zwei völlig unterschiedliche Stimmen haben, harmonierten sie hervorragend, was ganz besonders im Duett „Domine Deus“ zum Tragen kam. Eher wenig blieb für die beiden Herren zu tun: Tenor Wellner kam immerhin zweimal zum Einsatz, während Bass Brandt nur im allerletzten Teil, dem „Benedictus“, singen durfte.

Bis auf die Tatsache, dass die Männer etwas unterrepräsentiert sind, dürfte rein vom Hören niemandem aufgefallen sein, dass die Messe unvollendet ist. Aber tatsächlich fehlen Teile des „Credo“ und das komplette „Agnus Dei“, was vielleicht aus liturgischer Sicht verwerflich ist, aber der Musik keinen Abbruch tut. Schmidt war jedenfalls zufrieden: Am Ende waren beide Daumen oben für seine Sänger und Musiker.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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