zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 10:55 Uhr

Kandidat sagt Podiumsgespräche ab

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgermeisterwahl Dritter Bewerber Hein Gottfried Fischer sauer auf Rathauschefin und Pastor / „Das Ganze ist eine Falle für mich“

Hein Gottfried Fischer ist vom Temperament her eigentlich eine Frohnatur. Sein Lebensmotto lautet: „Immer positiv denken“. Doch gestern Morgen war der 73-jährige Bürgermeisterkandidat aus Gangelt in der Eifel richtig auf Zinne. Es geht um die Verschiebung des gestrigen Vorbesprechungstermins mit den Kandidaten, der Wahlleitung und dem Leiter der Podiumsdiskussionen, Pastor Norbert Dierks, auf den Dienstag, 23. August. „Ich bin verärgert darüber, dass sie sich im Vorfeld nicht abgesprochen haben.“ Deshalb sage er alle Termine – es geht um den 31. August und 1.        September – ab. Betont: „Ich komme allein zurecht.“

Fischer – wie gewohnt im weißen T-Shirt mit der Aufschrift „Bürgermeister Wahl Hein Fischer“ – schmeißt aber nicht hin. Im Gegenteil. „Jetzt erst recht. Ich werde das Negative ins Positive umwandeln“, sagt er selbstbewusst. Doch der Umgang mit ihm lässt ihn alles andere als kalt. „Es ist die dritte Kandidatur für ein Bürgermeisteramt. Das habe ich noch nicht erlebt. Das ist absurd. Das Ganze ist eine Falle für mich. Alleine agiere ich besser für mich.“ Es ist auch eine Reaktion Fischers auf ein nach seiner Meinung abgekatertes Spiel. Er spricht Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und Pastor Dierks Neutralität ab. „Pastor Dierks hat mir gesagt: Sie wohnen nicht hier. Sie werden kein Bürgermeister von Halstenbek“, sagt Fischer.

Auch für Kirsten Sajitz, CDU-Kandidatin, hat er kein gutes Wort übrig: „Sie ist die Frau des Bürgervorstehers Otto Sajitz. Das ist absurd.“

Fischer macht trotzdem weiter. Auf Plakate verzichtete er. „Ich bin ein lebendiges Plakat.“ Auch Flyer gibt es nicht. Bis zur Wahl am Sonntag, 11. September, wird Fischer noch mehrmals nach Halstenbek kommen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Einen festen Termin hat der Kandidat am Montag, 5. September: Er folgt der Einladung der hiesigen Grünen zur offenen Fraktionssitzung. Er trifft sich mit Mitgliedern einer Partei, bei der er seit zehn Jahren Mitglied ist. „Ich freue mich darauf, weil es meine Heimat ist. Vielleicht unterstützen sie mich ja.“

Zur Wahl tritt er als Parteiloser an. „Als freier Grüner“, wie es Fischer nennt. „Ich lege Wert auf Unabhängigkeit. Denn es ist eine Persönlichkeitswahl.“

Claudius von Rüden (39), der als Kandidat der SPD antritt, reagierte gestern auf die Absage mit folgenden Worten: „Die Vorwürfe kann ich nicht nachvollziehen. Die Termine stehen seit langem fest und wurden transparent kommuniziert. Ich habe eher den Eindruck, dass sich hier jemand vor der Verantwortung drückt, den Bürgern Rede und Antwort zu stehen.“ Auch Kirstin Sajitz äußerte ihr Unverständnis zu der Entscheidung: „Ich bedaure die Entscheidung von Herrn Fischer, an der gemeinsamen Kandidatenvorstellung nicht teilzunehmen. Diese Vorstellungen bieten für die Bürger die Möglichkeit, die Kandidaten direkt zu vergleichen bei den jeweiligen Vorstellungen und der Beantwortung der Fragen. Die Vorstellungsrunden sind in der Vergangenheit neutral durch Herrn Pastor Dierks moderiert worden.“


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Aug.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen