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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:42 Uhr

SOS auf der Elbe : Jugendteams von DLRG und THW Pinneberg trainieren gemeinsam

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gestellte Notsituation: Die Jugendlichen der Rettungseinrichtungen retten in der Übung einen Segler auf der Elbe.

Pinneberg | Martin Bröcker schaltet den Motor des Segelboots ab. „Dann schauen wir mal wohin wir treiben“, sagt der Jugendwart der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Pinneberg zu Kerstin Hagemann, Ortsjugendleiterin des Technischen Hilfswerks (THW) Pinneberg. Per Funk setzt er den Notruf ab: Boot auf Grund gelaufen. „Das ist ganz typisch an der Elbe. Viele unterschätzen das Revier oder kennen es einfach nicht“, erläutert Bröcker das Übungsszenario für das Jugendeinsatzteam (JET) der DLRG und die Jugendlichen des Technischen Hilfswerks.

Beide sind im Pinneberger Hafen beheimatet. „Es macht Sinn, dass sich die Jugendlichen untereinander kennen, wenn wir gemeinsam im Einsatz sind. Als Nachbarn sollte man sich auch kennen“, sagt Bröcker. Daher üben die Jugendlichen am Wochenende gemeinsam – aufgeteilt in zwei gemischte Gruppen.

Während das eine Team vom Wedeler Tonnenhafen auf die Elbe fährt, wo es den Umgang mit den Booten kennenlernt, ist in Pinneberg Konzentration gefragt. Beim Geocaching müssen sich die neun Jugendlichen der DLRG und sechs vom THW absprechen, um gemeinsam an ihr Ziel zu kommen. „Sie dürfen auch mal die THW-Ausrüstung ausprobieren“, sagt Hagemann. Nach dem gemeinsamen Mittagessen tauschen die beiden Gruppen.

Übungsszenario: Vom DLRG-Boot aus wird die Schleppleine zum festgefahrenen Segelschiff geworfen.
Übungsszenario: Vom DLRG-Boot aus wird die Schleppleine zum festgefahrenen Segelschiff geworfen. Foto: Fröhlig
 

Auf der Elbe ändert sich die Einsatzlage. „Am Vormittag hatten sich Kameraden aus Uetersen zur Verfügung gestellt, um die Rettung von Personen aus der Elbe zu üben“, sagt Bröcker. Am Nachmittag soll ein Boot abgeschleppt werden. Doch der erste Notruf von Bröcker und Hagemann per Funk bleibt ungehört. Also wird kurzerhand Kontakt per Handy aufgenommen. „Nun schauen wir mal, wie schnell sie kommen“, sagt Bröcker. Kurze Zeit später erspäht er das Boot des DLRG.

Direkt dahinter schießt das THW-Boot über das Wasser. Als beide das vermeintlich festgefahrene Segelboot erreicht haben, schildert Bröcker die Lage. Schnell machen die Jugendlichen ein Schleppseil an beiden Booten fest und lösen die Aufgabe. Nach wenigen Metern auf dem Wasser tauschen die Teams, so dass beide Boote den Segler schleppen. Nachdem jeder der Jugendlichen selbst einmal die Boote steuern durfte, geht es an Land noch um die Theorie.

Knotenkunde und Informationen über das Segelrevier Elbe stehen auf dem Plan. „Das ist klassische Jugendarbeit. Wir können nicht nur machen, wofür unsere Rettungseinrichtungen da sind. Die Kinder und Jugendlichen müssen Spaß an der Sache haben, damit wir sie binden können“, sagt Bröcker. Denn schließlich sei es für beide Organisationen wichtig, immer neue Mitglieder zu gewinnen. „Sowohl das DLRG als auch das THW sind derzeit gut aufgestellt, aber wir alle müssen wir uns der Herausforderung stellen, immer wieder Ehrenamtliche zugewinnen, die auch in den aktiven Dienst wechseln“, sagt Bröcker. Den Abend lassen THW und DLRG beim gemeinsamen Grillen am Pinneberger Hafen ausklingen.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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