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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:21 Uhr

Jedes zweite Kind ist Nichtschwimmer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sicherheit Schwimmbadsterben sorgt für Probleme / Wartezeit von 1,5 Jahren

488 Menschen haben im vergangenen Jahr laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) bei Badeunfällen ihr Leben verloren. Das entspricht einer Steigerung von knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Schleswig-Holstein verunglückten nach Angaben der DLRG 27 Menschen. „Das ist sogar gegen den Trend ein Rückgang zum Vorjahr“, erläutert Jochen Möller, Vorsitzender der DLRG Wedel, die für den etwa 20 Kilometer langen Elbabschnitt von der Landesgrenze zu Hamburg bis zum Dwarsloch bei Haseldorf verantwortlich ist, die Zahlen.

Jedoch sind diese für Möller trügerisch: „Jedes zweite Kind und jeder zweite Jugendliche in Deutschland kann nicht schwimmen oder ist ein schlechter Schwimmer, ebenso jeder vierte Erwachsene.“ Der Hauptgrund dafür sei das große Schwimmbadsterben. „Da sind wir im Kreis Pinneberg noch gut aufgestellt“, sagt Möller. Mit zahlreichen Einrichtungen wie in Wedel, Pinneberg, Elmshorn, Quickborn und Uetersen oder öffentlichen Badestellen wie dem Rantzauer See in Barmstedt und dem Naturbad Oberglinde in Moorrege gebe es zahlreiche Möglichkeiten, schwimmen zu lernen. „Der Bedarf ist aber deutlich höher, als er derzeit abgedeckt wird“, mahnt Möller.

Etwa eineinhalb Jahre lang müssten Eltern warten, bis ihr Kind nach der Anmeldung einen Anfängerschwimmkursus besuchen kann. „Wenn ein Kind geboren wird, sollte man es am besten direkt anmelden“, sagt Möller. Dabei dürfe Geld keine Rolle spielen. „Vereine oder wir als DLRG bieten die Ausbildung zu moderaten Preisen an. Schwimmen darf keine Frage des sozialen Status sein“, sagt Möller.

So kostet ein Anfängerschwimmkursus für Kinder bei der DLRG Pinneberg im ersten Halbjahr 48 Euro; die Gesellschaft nimmt dafür auch Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales an. Möller ergänzt: „In Deutschland hat jeder die Möglichkeit, schwimmen zu lernen.“

Die meisten Unglücksfälle gibt es laut DLRG im Kindesalter und bei Menschen, die 50 Jahre und älter sind. Möller: „Die Hauptgründe sind Überschätzung, Alkohol, Strömung und Krämpfe, wenn das Wasser sehr kalt ist. Unterkühlung ist auch ein großes Thema. Auch im Sommer ist das Wasser kalt und der Körper kühlt schnell aus.“ Seite 6

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erstellt am 15.Aug.2016 | 12:55 Uhr

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