zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

26. März 2017 | 19:07 Uhr

Jeder Neuanfang hat einen Zauber

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

KunStpause in der Drostei Philosophische Runde in der Mittagspause mit der Pinneberger Künstlerin Mouna Ramcke

Unterschiedliche Treppen führen in alle Richtungen. Sie erinnern ein wenig an archäologische Relikte aus einer anderen Zeit. Die Künstlerin Mouna Ramcke hat in der Drostei im Zuge des Projekts „Kunstpause“ ihr Bild „Am Abgrund vorbei“ in einer Mittagspause besprochen. Zahlreiche Kunstfreunde fanden sich ein, darunter auch die künstlerisch tätige Juristin Stefanie Balke-Kricke und der Maler Martin Musiol.

Mouna Ramcke wählte einen philosophisch-assoziativen Ansatz, um sich dem Bild zu nähern. Die Besucher erhielten einzelne, philosophische Denkanstöße beinhaltende Zettel. „Ich möchte, dass sich Menschen mit meiner Kunst auseinandersetzen und sich Gedanken machen“, erläuterte die Französin. Kunst bringe viel Freude.

Die Besucher verlasen die Texte, um sie sodann untereinander zu diskutieren und sich dabei mit dem Bild auseinanderzusetzen. Der erste Interpretationsansatz bezog sich auf das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse.

Das Gedicht behandelt die unterschiedlichen Lebensabschnitte. Die Kernaussage: Man sollte seiner Jugend nicht nachtrauern. Jeder Neuanfang ist wichtig und hat einen Zauber in sich. Das stückweise Erklimmen der Stufen gewährt dem Menschen die Option, zu immer mehr Weisheit zu gelangen. „Philosophen wie Platon, Descartes und Marx haben mich immer interessiert“, erläuterte Ramcke.

Die von der FSJlerin Inga Spiegel (19) initiierte zweite Kunstpause stieß erneut auf große Zustimmung. „Mir hat das kunstphilosophische Gespräch sehr gut gefallen“, lobte Balke-Kricke. Es sei eine schöne Idee, beim Betrachten von Kunst in einer solchen Form miteinander ins Gespräch zu kommen.

Auch die Künstler Martin Musiol und die Kulturpreisträgerin Brigitta Höppner lobten das Vorhaben. „Ich finde es eine tolle Idee, während der Pause Kunst zu konsumieren“, sagte Höppner.

Mouna Ramcke kam mit zahlreichen Völkern und Kulturen in Berührung. Neueste Eindrücke und Inspirationen für mithilfe von Tusche-Technik kreierte Werke erhielt sich jüngst in Hongkong.

Ramcke wuchs in Paris und Toulouse auf. Sie studierte in England und Kanada. Sie lernte ihren deutschen Mann beim Studium an der British Columbia University in Vancouver kennen. Ramcke lebt nun schon seit über 30 Jahren in Deutschland. In Pinneberg gibt sie Kurse in ihrem Pinneberger Atelier.

Die Inhaberin diverser Kunstpreise veranstaltete Ausstellungen im In- und Ausland. Sie stellte ihre Kunst im Europaparlament in Straßburg, im Palazzo Zenobio in Venedig sowie im Zuge der Internationalen Ausstellung „Meerbusch“ in Nordrhein Westfalen aus. Mouna Ramcke engagiert sich in unterschiedlichen kulturellen Einrichtungen, unter anderem der Stiftung Landdrostei und der Künstlergilde Pinneberg.

Beim bis zum 21. April dauernden Projekt Kunstpause ist Abwechslung garantiert. Mit dem zur Treppe passenden Aufstiegsgedanken beendeten die Teilnehmer ihr Gespräch: „Es ist ein mühsamer Weg nach oben, manchmal nah am Abgrund vorbei, aber mit Mut und Fleiß erreichen wir immer etwas“, verlas ein Besucher zum Diskussionsabschluss. Wöchentlich ist im Foyer ein anderes Bild aus der Drostei-Sammlung zu sehen. Die nächste Kunstpause in der Drostei ist am Donnerstag, 9.    März, mit Brigitta Höppner.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen