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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:13 Uhr

„Eine gute Idee am falschen Platz“ : Integrationsaktion muss Hochbeete wieder abbauen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aus für eine Integrationsaktion zwischen Flüchtlingen und Gymnasiasten in Halstenbek: die gemeinsamen Hochbeete müssen weichen.

Halstenbek | Es ist eine Gemeinschaftsaktion, die als vorbildlich gilt: Flüchtlinge, die seit Monaten in den Containern am Wolfgang-Borchert-Gymnasium wohnen, und Schüler des Gymnasiums bauten gemeinsam drei Hochbeete aus je elf Holzpaletten aus dem Hamburger Hafen. Doch die mit viel Engagement und Sachverstand gebauten Anlagen für selbst gepflanztes Gemüse müssen unwideruflich weichen: In diesem Monat rücken Bauexperten an, um rund um die Wohncontainer Pflastersteine zu verlegen.

Bis zuletzt hatten die WoBo-Pädagogen Helle Stehn und Luise Streitenfeld, die Schüler und die Flüchtlinge Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es eine Lösung zum Guten geben könnte. Doch die Signale aus dem Fachbereich für Bauen und Planen in der Halstenbeker Verwaltung sind eindeutig: Ressortchefin Gisela Sinz-König bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass die Hochbeete wegen der Maßnahme abgebaut werden müssen.

Als Ganzes sind die hüfthohen Kuben nicht zu bewegen. Sie sind zu schwer, gefüllt mit Blumenerde. Bislang konnten die Bewohner der ehemaligen fünf Schul-Container, für 395.000 Euro von der Gemeinde gekauft und umgebaut, mehrere Ernten einfahren. Salat, Erbsen, Kräuter – der Tisch ist reichlich gedeckt.

Eine „gute Idee am falschen Platz“ heißt es nicht nur aus dem Rathaus. Doch Sinz-König rückt nicht von den Vorgaben ab: Bauphysikalisch sei der Standort an den Containern einfach unvernünftig. Eine bessere Absprache über das Projekt und geeignetere Standorte hätten die jetzige Maßnahme vermeiden können.

In den fünf Containern wohnen maximal 25 Flüchtlinge.
In den fünf Containern wohnen maximal 25 Flüchtlinge. Foto: Vogel
 

Fakt ist: Der Untergrund für die Container muss stabilisiert werden. Starke Regenfälle weichen den Boden auf, sorgen für Instabilität und Feuchtigkeit in den Räumen.

Zur Erinnerung: Seit 2010 stehen die Container am Wobo. Zunnächst für den Untericht genutzt, nach dem Einzug in den Schul-Neubau im August 2015 dienen die Container – mit einer unbefristeten Nutzungsgenehmigung – als Flüchtlingsunterkunft. Laut Verwaltung entsprechen sie den gesetzlichen Anforderungen in Sachen Energieeinsparverordnung und Brandschutz , alle notwendigen Ver- und Entsorgungsleitungen sind vorhanden.

Jeweils aus elf Holzpaletten wurden die Hochbeete gebaut.
Jeweils aus elf Holzpaletten wurden die Hochbeete gebaut. Foto: Vogel
 

Der Umbau als projektbezogener Nachtrag 2015 angemeldet fand bei der Politik Zustimmung. Der Umbau habe sich gelohnt, die Container für maximal 25 Asylbewerber seien erst vier Jahre alt und nach einer Expertise in gutem Zustand, hieß es damals in der Vorlage. Einigkeit besteht darin, dass die Containeranlage nicht aufgestockt werden soll.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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