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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:48 Uhr

Integration am Gymnasium

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kunstprojekt Schüler und Flüchtlinge gestalten Hochbeete / Ab August erste DaZ-Klasse am WoBo

Helle Stehn und Luise Streitenfeld, Lehrer am Wolfgang-Borchert-Gymnasium (WoBo) Halstenbek, stehen mittendrin. Die Pädagogen lassen ihre Blicke schweifen. Auf das wuselige Treiben der WoBo-Schüler und der Asylbewerber, die in anliegenden Containern wohnen. Gemeinsam verwandeln sie mit Spraydosen und Schablonen drei hölzerne Hochbeete. Gefüllt mit Blumen und Gemüse wie Radieschen, Kohl und Erbsen. Das Motto für die Siebtklässler im Kunstprofil lautet „Freies Arbeiten“. Primär steht aber die Annäherung der Kulturen im Fokus.

Aus elf Paletten, die vom Hamburger Hafen durch Freiwillige an den Bickbargen transportiert worden waren, wurden die Hochbeete gebaut. „Das Holz, die Füllung, alles wurde durch Spenden möglich“, betont Stehn.

Die Hochbeet-Aktion ist ein Baustein von vielen, der von der WoBo-Welcome-Gruppe zur Integration der Flüchtlinge realisiert wurde. Dazu gehören beispielsweise das mittwochs angebotene Sprach- café. Dazu gehören auch Chor-Projekte, die für Flüchtlinge offen sind. „Wir haben eine gemeinsame Weihnachtsfeier organisiert“, blicken Stehn und Streitenfeld mit Stolz auf Geleistetes zurück.

Ab dem kommenden Schuljahr 2016/2017 betreten die Verantwortlichen am Gymnasium mit etwa 1000 Schülern zudem Neuland. „Wir richten eine Klasse für Deutsch als Zweitsprache, sprich DaZ, ein“, sagt Stehn. Die Lehrerin für Spanisch und Sport hat für den Unterricht mit Zuwandererkindern eine Zusatzqualifikationen erworben, um Schülern im Alter von elf bis 17 Jahren mit nicht vorhandenen oder mangelhaften Deutschkenntnissen unter die Arme zu greifen. Erste Anmeldungen liegen bereits vor.

Um die Voraussetzungen für den Unterricht zu schaffen, wird dafür in den Ferien ein Klassenraum hergerichtet.

Eine DaZ-Klasse am WoBo in Halstenbek? Laut Kreisverwaltung würden derzeit keine weiteren Deutschkurse benötigt, weil die Flüchtlingszahlen gesunken sind. Trotzdem: Stehn hofft, dass beispielsweise die Kollegen an der Grund- und Gemeinschaftsschule Caspar Voght in Rellingen mit zwei DaZ-Klassen entlastet werden könnten. Das dürfte auch im Schulamt für Freude sorgen. Zumal sich mit Stehn eine Lehrerin gefunden hat, die die Aufgabe übernimmt. Denn qualifizierte Pädagogen sind rar.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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