zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:28 Uhr

Gefährliche Strecke : Immer wieder Horror-Unfälle auf der LSE

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schon zwei tödliche Crashs innerhalb dieses Jahres.

Kreis Pinneberg | Es ist bereits der dritte schwere Verkehrsunfall auf der LSE in diesem Jahr und der zweite mit tödlichem Ausgang. Montag gaben Polizei und Feuerwehr Details zum Horror-Crash am Sonntagnachmittag bekannt. Kurz nach 16 Uhr war der Alarm in der Pinneberger Wache eingegangen: Auf der Schnellstraße zwischen den Anschlussstellen Waldenau und Pinneberg hat es gekracht, Menschenleben sind in Gefahr, technische Hilfeleistung wird benötigt.

Laut Polizei war ein 34-jähriger BMW-Fahrer aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und in den Gegenverkehr geraten. Ein ihm entgegenkommender Mercedes konnte nicht mehr ausweichen. Es kam zur Kollision. Polizei und Feuerwehr bot sich ein verheerendes Bild. Der BMW-Fahrer musste aus seinem auf dem Dach liegenden Fahrzeug befreit werden. Noch während der Aktion starb der 34-Jährige. Wehrführer Claus Köster: „Die Feuerwehr hatte im Verlauf die belastende Aufgabe, den Leichnam zu befreien.“

Im Mercedes befanden sich insgesamt drei Insassen. Der 73-jährige Fahrer aus Hamburg – auch eingeklemmt – musste befreit werden. Er erlitt schwere Verletzungen. Der 37-jährige Beifahrer aus Pinneberg sowie ein achtjähriges Kind aus Hamburg, das auf der Rückbank saß, kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden des Unfalls auf 30.000 Euro. Bereits im September hatte ein Unfall auf der LSE sieben Verletzte gefordert. Im Juni dieses Jahres fing ein BMW, der in die Leitplanke gefahren war, Feuer. Der Fahrer starb.

Viele Menschen aus dem Kreis Pinneberg äußerten im Internet nach dem jüngsten tödlichen Unfall nicht nur Betroffenheit und Mitleid. Sie forderten auch ein Tempolimit von 70 oder 80 Stundenkilometer – statt bisher 100 – und ein Überholverbot. „Immer wieder die LSE“, schrieb Anja Stadie. Und Steven Harder findet: „Einfach zu viele Raser auf der LSE“. „Es muss etwas geschehen“, fordert Daphne Zachos: „Denn die Unfälle dort häufen sich.“

Chronik der Unfälle

Der schwere Verkehrsunfall am Sonntagnachmittag auf der LSE mit einem Toten und drei Verletzten ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Kette von Unfällen auf der zweispurigen Schnellstraße, die Pinneberg und Schenefeld verbindet. Und  nicht der einzige mit Todesfolge. Sowohl in diesem Jahr als auch im Jahr 2012 kamen bei weiteren drei Unfällen auf der Strecke vier Menschen ums Leben. Es kracht dort so häufig, dass die Landstraße zunehmend als Horrorstrecke bezeichnet wird. Eine Bilanz der vergangenen Jahre, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, liest sich erschreckend:

Sieben Verletzte und vier kaputte Autos fordert ein Unfall am 7. September 2016. Laut Polizei war ein 20-jähriger VW-Up-Fahrer gegen 15 Uhr auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen.

Am 15. Juni 2016 kracht gegen 23.50 Uhr ein BMW auf Höhe der Anschlussstelle Halstenbek in die Leitplanke und fängt Feuer. Bei Alarmierung der Feuerwehr soll der 72-jährige Fahrer noch im Auto gesessen haben. Als die Rettungskräfte am Unfallort eintreffen, liegt der Mann tot neben dem brennenden Auto. Er ist verbrannt.

Ein 53-jähriger Motorradfahrer verletzt sich schwer, als er am 28. Mai 2016 gegen 23.30 Uhr von der LSE kommend in den Kreisverkehr Westring einbiegt und stürzt. Er hatte eine Vollbremsung einleiten müssen. Die Polizei vermutet überhöhte Geschwindigkeit.

Am 11. Oktober 2015 gerät auf der LSE in Höhe Moorweg gegen 12 Uhr ein Honda auf die Gegenfahrbahn. Weil der entgegenkommende Hyundai-Fahrer abbremsen kann, geschieht nichts. Der Verursacher begeht Fahrerflucht.

Auch beim Verkehrsunfall am 10. Juni 2015 bleibt der Fahrer eines Kleintransporters unverletzt. Zwischen Waldenau und Westring überschlägt sich der mit Betonplatten beladene Renault und bleibt auf dem Dach liegen: Totalschaden.

Vater und Sohn aus Hetlingen kommen am 24. Oktober 2012 ums Leben, als der Opel auf der LSE ins Schleudern gerät und auf der Gegenspur mit einem Lkw kollidiert. Am 24. August 2012 stirbt ein 22-jähriger Schenefelder  bei einem Frontalzusammenstroß auf der Strecke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen