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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 00:51 Uhr

Immer mehr Fälle: Polizei jagt Gleisgänger jetzt mit Hubschraubern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mehr als eine Stunde Vollsperrung aller Zuglinien in Hamburgs Osten, und auch anschließend noch längere Verspätungen für ICE, Regionalzüge und S-Bahnen zwischen Berliner Tor und Bergedorf: Wieder einmal haben gestern Vormittag Personen im Gleisbett für erhebliche Behinderungen im Hamburger Schienenverkehr gesorgt.

Zeugen hatten die Gleisgänger in Höhe Tiefstack gemeldet. Die Bahn sperrte die Strecke Hamburg-Berlin in beiden Richtungen und schaltete den Strom ab. Die Bundespolizei ließ per Hubschrauber nach den leichtsinnigen Schienenwanderern suchen – vergebens. Die Unbekannten hatten sich entfernt und womöglich nicht einmal bemerkt, welche Gefahr sie heraufbeschworen hatten.

„Betriebsfremde Personen“ im Gleisbett gibt es zwar von jeher. Bahn und Bundespolizei in Hamburg verzeichnen jedoch seit Monaten eine besorgniserregende Zunahme. Immer häufiger klettern Menschen auf die Gleise, entweder um Verlorenes zurückzuholen, oder um die Schienen als Abkürzung zu nutzen. Dass noch niemand dabei überfahren wurde oder einen Stromschlag erlitt, sei reiner Zufall, heißt es bei der Bundespolizei. „Durch die Stromschienen fließen 1200 Volt Gleichstrom. Wer sich dort aufhält, befindet sich in größter Lebensgefahr“, warnt Sprecher Rüdiger Carstens. Wie viele solcher Vorfälle es gibt, ist nicht bekannt, eine spezielle Statistik fehlt. Die meisten dieser Vorfälle gibt es am Hauptbahnhof und am S-Bahnhof Reeperbahn, wo häufig Betrunkene auf den Gleisen landen.

In den vergangenen Tagen war es Schlag auf Schlag gegangen: Am Dienstag liefen Unbekannte Höhe Veddel über die Gleise, die Strecke von Harburg zum Hauptbahnhof wurde voll gesperrt. In der Woche zuvor war ein Mann (29) im Hauptbahnhof auf der Suche nach seiner Halskette gleich zweimal ins Gleisbett gesprungen – trotz strenger Ermahnung durch die Polizei. Am Berliner Tor kletterte ein anderer Mann auf ein Zugdach, später auf die Gleise. In Heimfeld nutzten drei Betrunkene die Schienen für ihren Heimweg.

In diesen und anderen Fällen waren es Ausländer, die das Chaos auslösten. Bei manchen Flüchtlingen sei das Gefahrenbewusstsein unterentwickelt, heißt es bei der Bahn. Die Bundespolizei hat reagiert und für diese Gruppe Plakate und Flyer drucken lassen. Die Texte sind in vier Sprachen gehalten, unter anderem in Arabisch.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 15:33 Uhr

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