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Pinneberger Tageblatt

26. Mai 2016 | 08:46 Uhr

Pinneberg : Illegale Müllentsorgung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Elektrogeräte, Speisefett, Batterien: Illegale Entsorgung wird zum Ärgernis. Die Zeche begleichen die Steuerzahler.

Pinneberg | Berge von Hemden und Hosen. Ein alter, verrußter Toaster. Abgelegtes Spielzeug – und Plastikkörbe ohne Ende. So sah es am Montagnachmittag vor der Jahn-Sporthalle an Pinnebergs Richard-Köhn-Straße aus. Im Umfeld der dort aufgestellten Wertstoffcontainer. „Eine Riesensauerei“, empört sich die Anwohnerin Anke Riebesehl.

Müllfrevel – ein wachsendes Problem, seit es keine regelmäßigen Sperrmüllabholungen gibt. Das bestätigt Ernst-Günter Steenbock, der im Rathaus Standortgenehmigungen für Container erteilt. Die Entsorgung illegalen Unrats zahle letztlich der Pinneberger Steuerzahler.

„Es ist nicht das erste Mal, dass es hier so aussieht“, sagt Riebesehl. Sie moniert, dass die direkt vor der Grund- und Gemeinschaftsschule platzierten Wertstoffcontainer regelmäßig überfüllt seien. Verantwortlich für deren Leerung zeichnen Privatunternehmen, die von der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Beseitigung (GAB) beauftragt werden. Die Firmen verpflichten sich, im Umfeld abgelegte Wertstoffe – Flaschen und Papier – mitzunehmen. Für Sperr- und Sondermüll sind sie allerdings nicht zuständig. „Dergleichen dürfen sie gar nicht aufladen“, weiß Steenbock.

Das Prozedere sieht vor, dass die Stadt Pinneberg einen Auftrag erteilt, um die Hinterlassenschaften zu beseitigen. Aufgesammelt wird der illegale Müll vom Bauhof, der dem aus der Stadt ausgegliederten Kommunalen Servicebetrieb zugeordnet ist. Nach der Räumung flattert der Stadt dann eine Rechnung ins Haus.

Bei Bürgern, die sich um Sperrmüllberge vor Containern ärgern, wirbt Steenbock um Verständnis. Es sei für den Bauhof weder finanziell noch personell möglich, jeden Tag rauszufahren, um an den Standorten aufzuräumen.

Müll kostet Geld

Ganz ohne sind die Einsätze für den Bauhof ohnehin nicht. Steenbock bestätigt, dass häufig Sondermüll im Stadtgebiet entsorgt wird. Batterien, Speisefett aus der Gastronomie und sogar Flüssigbitumen werden illegal abgestellt. Im Zweifel entstünden weitere Kosten, die Pinnebergs Steuerzahler übernehmen müssten. Denn zuweilen würden Gutachter eingeschaltet, um zu ermitteln, wie gefährlich Stoffe seien.

Gibt es Strategien, um den Übeltätern beizukommen? „Eine Überwachung der Containerstandorte haben wir geprüft, das würde zu teuer werden“, sagt Steenbock. Bleibt die Hoffnung auf Abschreckung. Müllfrevler, die erwischt werden, müssen wegen der begangenen Ordnungswidrigkeit mit Strafen von bis zu 1000 Euro rechnen. Und sie sollten die offenen Augen ihrer Mitbürger nicht unterschätzen. Etwa am Jappopweg in Waldenau-Datum, wo illegale Entsorgung ebenfalls ein Problem ist, gibt es einen Hausmeister, der Kennzeichen potenzieller Täter notiert – und an die zuständigen Behörden weitervermittelt.

Kürzlich hatten sich Bewohner des Stadtteils Quellental über die illegale Entsorgung auf einem anderen Grundstück an der Richard-Köhn-Straße aufgeregt. Dort waren Unmengen von Flaschen abgestellt worden. Die Stadt hat reagiert. Ein Zaun schützt das Areal jetzt.

In Pinneberg gibt es derzeit 21 Standorte für Wertstoffcontainer. Zu wenig? „Darüber kann man streiten“, so Steenbock. Im Stadtgebiet fehle es aber auch an geeigneten Flächen, die von Entsorgern angefahren werden können. Deren Fahrzeuge würden immer größer und schwerer – ein logistisches Problem.

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erstellt am 10.Dez.2014 | 12:00 Uhr

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