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Pinneberger Tageblatt

19. Januar 2017 | 03:23 Uhr

Gesundheitsaktion : Hygienetag im Regio-Klinikum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heidrun Groten-Schweitzer schlüpfte gestern in ein grünes Kostüm und startete als „Desderman“ eine Aufklärungskampagne.

Kreis Pinneberg | Sie geht als Hygienefachkraft einem ganz bürgerlichen Beruf nach, aber Heidrun Groten-Schweitzer hat ein Alter Ego und damit eine zweite Mission. Sie ist „Desderman“, der Retter mit dem Aussehen eines Desinfektionsmittelspenders. Und als solcher war sie gestern auf den Stationen des Elmshorner Regio-Klinikums unterwegs, um Mitarbeiter, Patienten und Besucher vom Nutzen einer umfassenden Händehygiene zu überzeugen.

Für Hygienestandards und Aufklärungsarbeit sind die Regio-Kliniken vom Aktionsbündnis Saubere Hände mit einem Bronzezertifikat ausgezeichnet worden. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung der Händehygiene nicht nur in den Krankenhäusern und Pflegeheimen zu transportieren, sondern auch im Bewusstsein von Patienten und deren Angehörigen zu verankern. „Unser Hygiene-Management ist von unabhängigen Experten bereits mehrfach gelobt worden“, sagte Kliniksprecher Sebastian Kimstädt.

„In Krankenhäusern und Pflegeheimen gehören die Hände zu den wichtigsten Arbeitsinstrumenten“, sagte sie. Gleichzeitig seien sie der Hauptübertragungsweg von Keimen, Bakterien und anderen Krankheitserregern. Diese Kette zu durchbrechen, haben sich Heidrun Groten-Schweitzer und ihre vier Kolleginnen auf die Fahnen geschrieben.

Den Internationalen Tag der Händehygiene am 5. Mai nahm sie zum Anlass, eine Aufklärungskampagne an den drei Klinikstandorten zu initiieren. Zusammen mit Petra Flick, Hygienefachkraft in Weiterbildung, animierte sie vor allem das Klinikpersonal, aber auch Patienten und Besucher, erst die Hände zu desinfizieren und sich das Ergebnis anschließend genauer zu betrachten.

Überraschendes Resultat: Fast niemand bekam die Hände wirklich keimfrei. Reste von Erregern verblieben an den Fingerspitzen, Daumeninnenflächen und Hautfalten, sichtbar gemacht durch ultraviolettes Licht. Petra Flick weiß, wie man beim Desinfizieren vorgeht: erst die Innenflächen, dann die Handrücken mit den Fingerzwischenräumen, danach die Daumen und zum Schluss Fingerspitze und -nägel.

Diese Gründlichkeit gilt allerdings nur für medizinisches und Pflegepersonal. „Es ist völlig unnötig, sich zu Hause die Hände zu desinfizieren, auch wenn die Werbung uns etwas anderes weismachen will“, sagte Groten-Schweitzer. Die Haut habe eigene Abwehrmechanismen und werde mit den alltäglichen Keimen spielend fertig. „Da reicht einfaches Händewaschen“, sagte sie. Andere Regeln gelten lediglich bei dem Besuch in einem Krankenhaus. Dann heißt es für jeden: Vor dem Betreten und beim Verlassen der Station sind die Hände zu desinfizieren. Dafür wurden alle Stationen und Patientenzimmer mit Spendern ausgerüstet. Der Verbrauch wird gemessen, und je höher er steigt desto zufriedener sind die Hygieneexpertinnen.

Handschuhe bieten keinen Schutz vor der Übertragung von Keimen. Auch für sie gilt: Der Träger muss auch die behandschuhten Hände keimfrei machen. Noch zwei Mal wird „Desderman“ seinen Job machen: Am 15. Mai ist er von 12 bis 15 Uhr im Wedeler Krankenhaus, am 18. Mai besucht er das Pinneberger Klinikum.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 12:30 Uhr

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