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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:52 Uhr

Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

benefizkonzert Bürgermeisterin Anja Radtke übernimmt Schirmherrschaft für die Veranstaltung am 30. September

Ein Dutzend Sängerinnen und Musiker suchten nach einer Bühne für ihren nächsten Auftritt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde brauchte ein Programm für den Rellinger „Tag des Flüchtlings“. Aus den beiden Bedürfnissen wurde eine gemeinsame Lösung und unversehens hatte Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) einen frechen Chanson-Abend als musikalisches Feuerwerk am Abend ihres letzten offiziellen Arbeitstags als Verwaltungschefin. Da fackelte sie nicht lange und übernahm spontan noch einmal eine Schirmherrschaft. „Ein dreifaches Glück“, so die gemeinsame Erkenntnis bei der Konzertankündigung.

Anja Radtkes letzter Tag als Rathauschefin ist Freitag, 30.      September. An eben diesem Tag soll das Fest mit Neu-Rellingern aus aller Welt und ihren eingesessenen Nachbarn steigen, und zwar in der ehrwürdigen Barockkirche, denn die evangelische Diakonie ist in der Flüchtlingsbetreuung offizieller Partner der Gemeinde. Vor einem Jahr gab es eher Exotisches, einen Vorleseabend mit Geschichten aus den Heimatländern der Neuankömmlinge. Diesmal präsentiert sich dank der Chanson-Sängerinnen europäische Kultur und zwar von ihrer spritzigen, hin und wieder auch frivolen Seite. Los geht es um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr.

Tamara Böhning, Sabine Farr, Uli Greyer, Katrin Hoth und Claudia Kreutz sind die Sängerinnen. Andere singen und spielen zugleich: Daphne Drischler hat ihre Querflöte dabei, Henning Eigenwald und Agata Paulina ihre Gitarren. Meike Schrader singt, spielt Gitarre und außerdem Klavier, Ruth Siebel singt und haut ebenfalls in die Tasten.

Außerdem wechseln sich Natascha Getmann und Erek Siebel am Klavier ab. Sabine Hilger-Gürich und Leonid sind als Akkordeon-Virtuosen zu erleben. Sie unterhalten mit Liedern von Georg Kreisler und Bert Brecht, von Friedrich Hollaender, Richard Germer, Reinhard Mey und Hildegard Knef, sowie mit Songs der Beatles und mit Eigenkompositionen. Am Rande der Programmankündigung gab es eine unerwartete Debatte: Was, wenn die Besucher ihre Kinder mitbringen? Sind die Texte ausreichend jugendfrei? Und überhaupt: Schlüpfriges an diesem heiligen Ort, geht das? Kantor Oliver Schmidt machte klar, dass es bei aller Toleranz durchaus Grenzen gebe, die mit den Sängerinnen auch abgesprochen seien, und Pastorin Iris Finnern zerstreute Ängste auf salomonische Weise: „Heiligkeit ist da, wo wir uns Gottes Nähe gefallen lassen.“

Der Abend soll die Kassen für Flüchtlingskinder-Projekte und für die Betreuung traumatisierter Flüchtlinge auffüllen. „Der Eintritt ist frei, der Austritt bitte nicht“, mahnte deshalb der Kantor. Die scheidende Bürgermeisterin unterstrich Schmidts Hoffnung auf reichliche Spenden. Denn die Flüchtlingshelfer haben zwar kaum noch mit elementaren Lebensnotwendigkeiten von Neuankömmlingen zu tun, aber umso mehr mit der langfristigen Herausforderung der Integration, insbesondere der Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen. Das koste außer langem Atem richtig Geld, so Radtke. Ihrem Appell an die Hilfsbereitschaft schloss sich die Pastorin an.

Könnte eine etwaige Willkommensmüdigkeit die Euro-Hoffnungen zunichte machen? „Nicht in Rellingen“, heißt es unisono. Da waren sich alle sicher.

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