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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Der Tag nach der Evakuierung : Herrenloser Koffer an Elmshorner Gemeinschaftsschule: „Es hätte keinen Sinn, gehabt, die Schüler hierzubehalten“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Großer Schrecken am ersten Schultag: Wegen eines herrenlosen Koffers rückte am gestrigen Montag der Kampfmittelräumdienst an.

Elmshorn | Ein verdächtiger Koffer auf dem Schuldach, eine Evakuierung aller 700 Schüler und ein Einsatz des Kampfmittelräumdienstes – den ersten Tag nach den Ferien an der Boje-C.-Steffen-Schule in Elmshorn hat sich Schulleiter Volker Pohlmann anders vorgestellt. Während Polizei und Feuerwehr auf den Kampfmittelräumdienst warten, steht er mit Kollegen vor dem Schulgelände. „Ich vermute nicht, dass sich in dem Koffer Sprengstoff befindet“, sagt er. „Aber heutzutage kann man sich ja nicht sicher sein.“

Dieser Reisekoffer hat die Evakuierung einer ganzen Schule verursacht.
Dieser Reisekoffer hat die Evakuierung einer ganzen Schule verursacht. Foto: Sprenger
 

Anfang der vierten Stunde hatte ihm ein Lehrer von dem schwarzen Koffer auf dem Dach vor dem Biologieraum erzählt. „Man kann das Dach auch über eine Rettungstreppe erreichen, deshalb habe ich gleich an einen schlechten Scherz gedacht“, sagt Pohlmann. Sicherheitshalber habe er aber mit der Polizei Rücksprache gehalten, die ihm riet, die Schule zu evakuieren. Die Klassenlehrer schickten ihre Schüler mit der Erklärung, es habe ein unerwartetes Ereignis gegeben, nach Hause.

„Es hätte keinen Sinn, gehabt, die Schüler hierzubehalten“, sagt der Schulleiter. „Es dauert schließlich eine ganze Weile, bis allein der Kampfmittelräumdienst hier ist.“ Auf der anderen Straßenseite haben sich zahlreiche Schüler versammelt, die gespannt beobachten, wie die Polizeibeamte das Gelände absperren und der Kampfmittelräumdienst auf das Schulgelände fährt. Ängstlich sehen sie nicht aus, die Jugendlichen sind eher aufgeregt, dass so etwas an ihrer Schule passiert. Als feststeht, dass der Koffer leer ist, ist Pohlmann erleichtert – aber auch wütend: „Das ist kein schlechter Scherz mehr. Das ist aus meiner Sicht ein Verbrechen, das hier begangen wurde.“

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erstellt am 06.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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