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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Sonntag Shakespeare, heute Haydn : Hamburger Ratsmusik begeistert in der Drostei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Für das nächste Konzert am heutigen Dienstagabend in Pinneberg gibt es noch Karten.

Pinneberg | „Sein oder nicht sein...“ Das ist wohl das bekannteste Zitat vom englischen Dichter und Dramatiker William Shakespeare – wenn nicht sogar der Literaturgeschichte. Vergangenes Wochenende, am 23. April, jährte sich zum 400. Mal der Todestag des Renaissance-Superstars. Passend dazu veranstaltete die Hamburger Ratsmusik in ihrer Reihe „Musik kommt zu Wort“ in Kooperation mit dem Literatur-Café des Fördervereins Landdrostei ein Konzert mit Lesung zu Ehren Shakespeares.

Es war ein seltsamer Aprilsonntag, fast als wären Shakespeares Feen am Werk: Vor der Kulisse eines Blizzards spielten in den Gartensälen der Drostei Sonne Simone Eckert (Gambe), Ulrich Wedemeier (Laute) und Mario Freivogel (Rezitator). Eingeleitet wurde die Matinee-Veranstaltung jedoch zunächst mit einem Vortrag von Sibylle Hallberg, die die etwa 50 Gäste mit ins elisabethanische England entführte. Eine Zeit dramatischen Umbruchs: Grammarschools eröffneten allen Klassen Bildung, die eigene Staatskirche wurde endgültig gegen den päpstlichen Katholizismus durchgesetzt und England stieg zur Seemacht auf. „Dem gegenüber standen Intrigen am Hof, Hinrichtungen waren an der Tagesordnung, Tierquälerei diente zur Belustigung“, sagte Hallberg. Es war eine Zeit der großen Widersprüche, die aber die Grundlage zu einem reichen Theaterleben bot, das der Gesellschaft den Spiegel vorhielt – und das bis heut tut. „Nur die Bibel wird öfter zitiert als Shakespeare“, so Hallberg.

Auf den Spuren Shakespeares: Die Hamburger Ratsmusik – Ulrich Wedemeier (Laute) und Simone Eckert an der Gambe – spielte englische Renaissancemusik zum 400. Todestag des Dichters.
Auf den Spuren Shakespeares: Die Hamburger Ratsmusik – Ulrich Wedemeier (Laute) und Simone Eckert an der Gambe – spielte englische Renaissancemusik zum 400. Todestag des Dichters. Foto: Kowalewski
 

Schon zu Shakespeares Lebzeiten inspirierten seine Werke Komponisten. Das zeigte sich im Programm an Stücken wie dem stürmischen „The Tempest“ von Robert Johnson oder „The Witches’ Dance“, anonym. Eckert und Wedemeier spielten mit Emotion und Feingefühl einen bunten Mix aus elegant-schreitenden Melodien, verspielten Appogiaturen – etwa mit dem Lied „Greensleeves“, das gleich in mehreren Versionen gespielt wurde – sowie Tanzsätzen, die eher an Fidel und Rockgitarre erinnerten. Diese Bandbreite wurde dabei fantastisch dramaturgisch aufgezogen durch die Zitate, die Freivogel vortrug. Der Schauspieler erweckte den hadernden Hamlet und den liebestollen Benedick zum Leben. Verwandelte sich abwechselnd in Romeo und Mercutio im Dialog. Ein tiefes Grollen verkörperte Macbeth, ein grelles Näseln Caliban. Freivogel hatte seinen Text immer parat, von einer Lesung konnte aber eigentlich keine Rede sein: Vieles sprach er auswendig, immer mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, und so einiges setzte er in Szene, untermalt von Eckert und Wedemeier.

Das nächste Konzert in der Drostei steht bereits heute an: Ab 19.30 Uhr steht das Laeisz-Quartett auf der Bühne des Kulturzentrums. „Bereits bei seinem ersten Auftritt im Jahr 2013 begeisterte und fesselte das Laeisz-Quartett das Pinneberger Publikum“, sagt die Künstlerische Leiterin Stefanie Fricke. Das Quartett besteht aus Adrian Iliescu (1. Violine), Satoko Koike (2. Violine), Bruno Merse (Viola) und Arne-Chrsitian Pelz (Violoncello).

Für ihr zweites Gastspiel in Pinneberg haben die vier Stimmführer der Hamburger Symphoniker ein besonders exquisites Programm im Gepäck verspricht Fricke. Die Musiker bringen Streichquartette von Joseph Haydn, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und Franz Schubert zu Gehör. Der Eintritt kostet zwischen 15 und 17 Euro, ermäßigt zehn Euro. Karten gibt es an der Abendkasse, Reservierung unter Telefon 04101-21030.
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