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Pinneberger Tageblatt

26. März 2017 | 20:58 Uhr

Rad-Codes und DNA-Datenbank : Halstenbek ist die Einbruchhochburg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Polizeirevier Rellingen verzeichnet Rekord an Straftaten 2016. Die Zahl der Delikte ist gestiegen.

Rellingen | 1673 Straftaten im Jahr 2016 in Halstenbek und Rellingen hielten die etwa 70 Beamten am Polizeirevier Rellingen  in Atem. Rekord. Mike Schirdewahn, Erster Polizeihauptkommissar, und Polizeihauptkommissarin Eva-Maria Kälberloh, Leiterin Ermittlungsdienst, stellten die Jahresbilanz vor.Besorgniserregend ist laut Schirdewahn der Anstieg der Wohnungseinbrüche in Halstenbek von 83 im Jahr 2015 auf 135 im Vorjahr. „In absoluten Zahlen die am stärksten betroffene Gemeinde im Kreis Pinneberg“, heißt es auch in der polizeilichen Kriminalstatistik 2016 von  Ingo Minnerop, Chef der Kriminalinspektion Bad Segeberg.

Kopfzerbrechen, auch weil die Aufklärungsquote nur bei einem Prozent liegt, bereitet Schirdewahn zudem die Zunahme der Fahrraddiebstähle von 126 auf 196 in Halstenbek. Deshalb werde auch künftig zur Prävention und Abschreckung der Bürger mehr in die Pflicht genommen. Stichwort: Fahrradcodierung. „Die Registrierung mit Individualnummer ist wie eine DNA und erleichtert die Aufklärung“, bittet Kälberloh um effektive Kooperation. Rellingen dagegen ist laut Statistik  die Hochburg für Vermögens- und Fälschungsbetrug. Die  Zahl der Straftaten ist um 222 Prozent, beim Internetbetrug – Beispiel Kreditkartenmissbrauch – sogar um 768 Prozent gestiegen“, sagt Schirdewahn  ernüchtert. Dem stehe aber eine Aufklärungsquote von mehr als 90Prozent gegenüber. 

Außer der  täglichen Verbrechensbekämpfung wird laut Schirdewahn auch der G20-Gipfel für das Revier zur Bewährungsprobe: Auch dort würden seine Beamten gebraucht. 

Rekord seit Jahren

701 Straftaten in 2016 allein in der Gemeinde Rellingen. Rekord seit Jahren. Dem steht eine Aufklärungsquote von 50,8 Prozent gegenüber, eine Verbesserung um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 972 Delikte wurden insgesamt in Halstenbek im Vorjahr bearbeitet. Laut Statistik ein hohes Niveau, wie zuletzt 2013. Die Aufklärungsquote der Ermittler liegt bei 31,3 Prozent. Die Minen von Mike Schirdewahn, Erster Polizeihauptkommissar und Chef des mehr als 70-köpfigen Polizeireviers Rellingen, und Polizeihauptkommissarin Eva-Maria Kälberloh, Leiterin Ermittlungsdienst, blicken ernst drein. Und trotzen den ernüchternden Zahlen: „Wir wollen es den Tätern nicht leicht machen.

Foto: Grafik: Maass
 

Das dürfte als eine Kampfansage an „böse Jungs“ interpretiert werden. So wird es auch gemeint sein. Körperverletzungen, Wohnungseinbrüche auf hohem Niveau, Diebstahl – besonders von Fahrrädern –, Sachbeschädigungen, Rauschgiftdelikte sowie Vermögens- und Fälschungsbetrug im Internet: Das Rellinger Polizeirevier mit seinen Außenstellen in Schenefeld, Quickborn und Bönningstedt kann sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen. Ein Lichtblick: Schirdewahn beschert besonders die hohe Aufklärungsquote von 92,8 Prozent im Bereich Betrug im Internet eine gewisse Zufriedenheit.

Zurücklehnen gilt aber nicht: Schirdewahn bereitet besonders der Fahrraddiebstahl in Halstenbek Kopfzerbrechen. Stichwort: Tatorte S-Bahn- und Schulhöfe. Laut Bilanz schoss die Zahl von 126 (2015) auf 196 in 2016 nach oben. Die Aufklärungsquote sank von 3,1 Prozent in 2015 auf ein Prozent. Ernüchternd. Das wissen die Beamten. Der „Markt“ für Gebrauchträder sei eben groß. Die Flucht leicht.

Den Bürger in die Pflicht nehmen

Deshalb nehmen Schirdewahn und Kälberloh die Bürger in die Pflicht. Die Rahmennummer des Rads zu kennen, sei zwar wichtig. „Doch eine Rad-Codierung ist besser“, unterstreicht Kälberloh den Handlungsbedarf. Die Räder würden dadurch eine bundesweit gültige Zahlen-Buchstaben-Kombination fachmännisch in den Rahmen eingraviert bekommen. Quasi eine DNA für die Datenbank. Die Polizei könne den Besitzer bei einer Kontrolle sofort identifizieren.

Schirdewahn liest aus den Bilanzzahlen, dass für Halstenbek und Rellingen im Vergleich mit anderen Kommunen gilt: Hier lässt sich noch sicher leben. Aber: „In absoluten Zahlen ist die Gemeinde Halstenbek am stärksten betroffen (135 Wohnungseinbrüche), gefolgt von den Städten Pinneberg (122) und Elmshorn (102)“, heißt es in der von Ingo Minnerop, Leitung der Kriminalinspektion Bad Segeberg, und Sarah Lampe, Chefin der Kriminalpolizeistelle Pinneberg, erarbeiteten polizeilichen Kriminalstatistik 2016.

Auf eines ist Schirdewahn abschließend besonders stolz: Die Erfahrung seiner Kollegen, gesammelt auch durch kooperative Einsätze in Rellingen als „Gefahrengebiet“, ist auch für Großeinsätze gefragt. Schirdewahn: „Für den G20-Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli wird es eine Kräfteanforderung geben.“

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erstellt am 17.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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